Landwirtschaft sichert Ernährung und Frieden

14.09.2017

Peter Bleser zu Besuch auf Betrieb Werres in Niederkassel

Diskutierten mit Staatssekretär Bleser (v.l.n.r.): Stefan Werres und seine Freundin Anne Drießen, Bernhard Conzen, Peter Bleser, Lisa Winkelmeier-Becker und Theo Brauweiler, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Bonn – Rhein-Sieg. Foto: Dr. Elisabeth Legge

Ins Rheinland führte ihn der Weg am Donnerstag vergangener Woche. Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, kam zur  Stippvisite auf den Ackerbaubetrieb von Stefan Werres in Niederkassel. Seine CDU-Parteikollegin Lisa Winkelmeier-Becker hatte Bleser in den Rhein-Sieg-Kreis eingeladen, um zusammen mit Landwirten und Gästen aktuelle Themen der Landwirtschaft zu diskutieren.

Der CDU-Politiker wartete dabei gleich zu Beginn mit einem dicken Kompliment für Bundeskanzlerin Angela Merkel auf: „Es geht uns wirtschaftlich sehr gut. Wir können von Glück sagen, dass wir eine Bundeskanzlerin haben, die so abgewogen, klug und zulässig handelt“, betonte Bleser. Für ihn unbestritten ist die große Bedeutung der Landwirtschaft. „Die Bevölkerung wächst weiter und die Landwirtschaft ist ein zentraler Faktor. Dies gilt nicht nur für die Ernährungssicherung, sondern auch für die Friedenssicherung“, so der Staatssekretär. Für ihn sei daher völlig unverständlich, dass sich die Gesellschaft immer wieder an der Landwirtschaft reibe. „Tierschutzverbände und Umweltverbände nutzen die Medien gezielt, um gegen die Landwirtschaft anzugehen“, kritisierte Bleser. Viele hätten heutzutage keinen Bezug mehr zur Landwirtschaft. „Daher besteht ein enormes Informationsdefizit, das wir dringend aufarbeiten müssen. Außerdem haben wir ganz klar eine Stigmatisierung, gegen die wir vorgehen müssen“, lautete der Appell des CDU-Politikers, der selbst Landwirt ist.

Keinen Hehl machte er daraus, dass deutsche Lebensmittel im Ausland ein tolles Image genießen würden. „Das Renommee der deutschen Ernährungswirtschaft in der Welt ist einzigartig“, hielt Bleser fest und wies da­rauf hin, dass Deutschland auf Importe angewiesen sei, weil unser Land ein Defizit habe. „Daher sind wir Anhänger der Importe und wir als CDU sind Verfechter der EU und der Globalisierung“, so der Staatssekretär. Insgesamt gehe für die Landwirtschaft kein Weg an der Lebensmittelsicherheit vorbei und auch nicht an Tierschutz und Umweltschutz. In Sachen Tierschutz sieht Bleser die Bundesregierung unter anderem durch die Schaffung eines staatlichen Tierschutzlabels auf gutem Weg.

Die CDU habe den Anspruch, bei Tierschutz und Umweltschutz in Europa führend zu sein. „Und wir wollen uns dabei von keinem überholen lassen. Wir sind dafür gut aufgestellt“, zeigte sich Bleser überzeugt. Die Bundesregierung habe viel Geld in den Agrarhaushalt gesteckt und damit könnten viele Dinge angegangen werden.

Viel Zeit nahm sich der CDU-Politiker auch für die Diskussion mit den anwesenden Landwirten. Die wiesen bei der Gelegenheit insbesondere auf die Probleme in einer typischen Ackerbauregion hin. Gastgeber Stefan Werres, der auf seinem Betrieb Getreide, Zuckerrüben und Chicoréewurzeln anbaut, hob vor allem die enorme Bedeutung der Direktzahlungen für die Landwirte hervor. Insbesondere in diesem Getreidejahr mit schlechten Erträgen und Qualitäten sowie unbefriedigenden Preisen habe sich gezeigt, dass die Direktzahlungen wichtig seien und die Existenz der Betriebe sicherten. Die Direktzahlungen müssten erhalten bleiben, so der junge Landwirt. Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes und Vorsitzender des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes, machte auf die Probleme der Rübenanbauer aufmerksam. Insbesondere pro­blematisch sei ein Verbot von Glyphosat und Neonicotinoiden. Hier appellierte er an Bleser, dafür zu sorgen, dass der Rübenanbau nach Wegfall der Zuckerrübenquote in Deutschland und Europa weiterhin gut aufgestellt und wettbewerbsfähig bleibt.