Erntedank - auch ein politischer Tag

21.09.2017

Angesichts voller Regale wird das Dankesagen vielfach ausgeblendet – der Überfluss ist trotzdem nicht selbstverständlich. Darauf wies Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn anlässlich des 17. gemeinsamen Erntedankempfangs von Kreis und Kreisbauernschaft Düren vergangene Woche Freitag hin.

Die Übergabe der von Karin Käufer aus Nörvenich-Wissersheim ge-schmückten Erntekrone war der Höhepunkt des Empfangs (v.l.n.r.): Hedi Feucht, Anne Dicks, Thomas Rachel, MdB, für den Kreis Düren und Parlamentarischer Staatssekretär, Wolfgang Spelthahn und Erich Gussen.

Die Dekoration des Sitzungssaals durch die Landfrauen des Kreisverbandes Düren-Jülich begeisterte den Landrat so sehr, dass er versprach, diese im kommenden Jahr auch allen Besuchern des Kreishauses zu präsentieren. Fotos: Kirsten Engel

„Die jüngsten Bilder der Hurrikan-Zerstörung in den USA, einem hoch entwickelten Land, haben uns vor Augen geführt, welche Gewalten die Natur entfesseln kann. Und die geplünderten Geschäfte haben gezeigt, wie zerbrechlich unsere Zivilisation ist.“ Erntedank mache bewusster, Danke zu sagen, dass wir verschont wurden, genug zu essen haben und keine Angst zu haben brauchen, so Spelthahn weiter.

Etwa 50 Gäste aus Berufsstand, Verwaltung, Handel, Industrie und Politik waren in den Sitzungssaal des Kreishauses gekommen. Mit dabei auch neun Bürgermeisterinnen und Bürgermeister – ein neuer Rekord. Der Landrat nutzte die Gelegenheit, die gute Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft zu unterstreichen: „Auch wenn sich der Kreis Düren in den vergangenen Jahren verändert hat, unsere Wurzeln liegen im landwirtschaftlichen Bereich. Und auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind, so gibt es ein Grundverständnis fürei­nan­der.“

Das Jahr 2017 hat vielen bäuerlichen Familien Sorgen bereitet. Die Getreideernte war nicht nur im Kreis Düren durchwachsen. „Teilweise waren die Erträge so niedrig, wie man es noch nicht gekannt hatte“, bestätigte Erich Gussen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Düren und RLV-Vizepräsident in seiner Erntedankrede. Dennoch habe man Grund zur Dankbarkeit, schließlich sei die Natur die Werkbank der Landwirte. Da der Erntedanktag zunehmend als ein politischer Tag verstanden werde, sei er gut geeignet, der Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu rufen, wie wichtig der Erhalt der Landwirtschaft und der bäuerlichen Betriebe im Rheinland ist. Gussen dankte auch für das offene Ohr in den Städten und Gemeinden des Kreises für die Landwirtschaft. Viel Beifall gab es für seinen Aufruf, zur Wahl zu gehen und damit zu zeigen, wie viel uns die Demokratie wert ist.

Hedi Feucht, die Kreisvorsitzende der Landfrauen Düren-Jülich, betonte in ihrer Ansprache die Bedeutung der Landwirte sowie die tägliche Verantwortung der Landfrauen für die Höfe und das gute Mitei­nan­der in der Gesellschaft. Auch die Rheinische Kartoffelkönigin Anne Dicks wandte sich mit einem Grußwort an die Gäste und hob hervor, dass sie mit Kopf und Herz nicht nur für die rheinischen Kartoffeln, sondern auch für junge Menschen in der Landwirtschaft werbe.