Erntedankempfang in Euskirchen

03.11.2017

Der traditionelle Erntedankempfang im Euskirchener Kreishaus gehört – allein schon durch die Räumlichkeiten und das Engagement der Landfrauen der Bezirksverbände Euskirchen (Erntedankschmuck) und Schleiden/Kall (Buffet) – zu den feierlichsten im Rheinland.

Landrat Günter Rosenke freut sich immer da­rauf: die leckere Rindfleischsuppe der Landfrauen.

Hans Schorn, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Euskirchen, nutzte die Veranstaltung wieder für ein paar kritische Gedanken.

Das Bläser-Ensemble bestand nur aus Landwirten und begeisterte die Gäste. Fotos: Cedric Arndt

Der gemeinsamen Einladung von Kreis und Kreisbauernschaft Euskirchen waren vergangene Woche Freitag etwa 80 Gäste aus Berufsstand, Verwaltung, Handel, Industrie und Politik gefolgt. Und sie wurden nicht enttäuscht. Erstmals sorgten Landwirte für die musikalische Untermalung. Obwohl vorab nur eine gemeinsame Probe möglich war, gab es viel Applaus für die Musiker aus verschiedenen Ortsvereinen. Der stellvertretende Kreisdechant Pfarrer Peter Berg gab dem Blas-Ensemble spontan den Namen „Bauern-Blas-Band“.

Landrat Günter Rosenke hob in seiner Rede die existenzielle Bedeutung und lange Tradition des Festes hervor. Und er dankte den Landwirten, ohne deren Arbeit die Regale in den Supermärkten nicht so gut gefüllt wären, und das mit guten und gesunden Lebensmitteln. „Was Ernte bedeutet, liegt der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen fern – andererseits ist über Nahrungsmittel noch nie so oft und heftig debattiert worden wie heute“, stellte er fest. Trotzdem sei die Landwirtschaft ein Erfolgsmodell und wertgeschätzt. Der Landrat zitierte aus einer im Herbst 2015 durchgeführten repräsentativen Umfrage von GfK Compact, wonach zwei von drei Bundesbürgern ein positives Bild von der deutschen Landwirtschaft haben.

Hans Schorn, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Euskirchen, versteht den Erntedanktag ebenfalls als einen politischen Tag. „Wir wollen deutlich machen, dass die Menschen in der Landwirtschaft zur Sachkenntnis, zu eigenverantwortlichem und leistungsorientiertem Handeln sowie verantwortungsvollem Umgang mit der Natur stehen“, erklärte er. Immer öfter würden die Bauern in den Medien angegriffen und zu Sündenböcken abgestempelt. Die Landwirte nähmen aber berechtigte und auf Fakten begründete Kritik ernst. Zum Abschluss seiner Ausführungen dankte er für die gute Zusammenarbeit der Landwirtschaft mit den Verantwortlichen von Politik und Verwaltung im Kreis.