Innovative Ideen teilen

17.11.2016

Erster Junglandwirtetag in Heinsberg fand auf der Westfarm in Geilenkirchen statt

Benjamin Erfurt, Sprecher der Junglandwirte Heinsberg, hatte den Abend mitorganisiert und begrüßte die jungen Landwirte.

Rund 40 Junglandwirte kamen nach Geilenkirchen.

Versorgten die Junglandwirte mit neuen Ideen (v.l.n.r.): Wilhelm Jaeger, Katharina Schmitz, Kreisgeschäftsführerin, und Bernhard Conzen. Fotos: Andrea Hornfischer

Volles Haus: Rund 40 junge Landwirtinnen und Landwirte kamen zum ersten Junglandwirtetag der Kreisbauernschaft Heinsberg am Donnerstag vergangener Woche auf die Westfarm in Geilenkirchen. „Bei unseren Junglandwirte-Veranstaltungen möchten wir innovative Ideen teilen. Wir möchten euch jungen Leuten Mut machen und Wege aufzeigen“, betonte Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) und Vorsitzender der Kreisbauernschaft Heinsberg.

Conzen stellte die Tätigkeiten des Verbandes vor und zeigte den jungen Landwirten, wo der Verband überall ihre Interessen vertritt. Sowohl auf Landes- als auch auf Bundes- und europäischer Ebene setzen sich der Deutsche Bauernverband und seine Landesverbände für die Landwirtschaft ein. „Wir sind Dienstleister und wir sind für euch da!“, so der RLV-Präsident. Ob Interessenvertretung, juristische und sozialrechtliche Beratung sowie Prozessvertretung als auch Fachveranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit biete der Verband seinen Mitgliedern. Einige Junglandwirte zeigten Interesse am TOP-Kurs, einem zweimonatigen Seminar für junge Nachwuchskräfte für Führungspositionen der landwirtschaftlichen Interessenvertretung. „Wir freuen uns über jeden, der mitmachen will. Denn nur wer sich einbringt, kann auch etwas verändern“, hob er hervor.

„Man kann nie jemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt!“, ist der Leitspruch von Wilhelm Jaeger, Mitbetriebsleiter der Westfarm. Er hat gemeinsam mit seinem Kooperationspartner Max Spies von Büllesheim aus Ratheim das Unternehmen „Westfarm“ gegründet. Ihr Slogan lautet: „Eine Idee von Landwirt zu Landwirt“. Ihr Prinzip heißt „Cropsharing“, geteilte Ernte. Der Landwirt stellt die Fläche zur Bewirtschaftung zur Verfügung, behält sie aber natürlich in seinem Besitz. Westfarm übernimmt die Maschinenarbeiten und Dokumentationen. Variable Kosten wie Düngemittel und Pflanzenschutz sowie der Ernteerlös werden geteilt. „Wir sind weder Lohnunternehmer, der vor allem seine Maschinen auslasten will, noch Pächter“, erklärte Jaeger.

Mit ihrem Konzept wollen sie vor allem Betriebe ansprechen, die auslaufen oder keinen Hofnachfolger haben, oder Hofeigentümer, die einem anderen Beruf oder einem anderen Betriebszweig als dem Ackerbau nachgehen möchten. Westfarm bietet ausreichend Lagerkapazitäten, sodass die Erzeugnisse im gesamten Vermarktungszeitraum verkauft werden können. 640 ha im Kreis Heinsberg bewirtschaftet Westfarm zurzeit und baut da­rauf zehn verschiedene Kulturen an. „Durch die Diversifizierung sind die Gewinnchancen erhöht und das Risiko minimiert“, erklärte Wilhelm Jaeger und machte den Junglandwirten Mut, auch innovative Wege zu gehen.