Der Klimawandel ist schon da

06.10.2017

Erntebilanz der Kreisbauernschaft Mettmann

Zogen eine durchwachsene Bilanz der diesjährigen Ernte (v.l.n.r.): Martin Dahlmann, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann, sein Stellvertreter Josef Aschenbroich, Kreislandwirt Bernd Kneer und das Betriebsleiterehepaar Gerhard und Marlene Rosendahl. Foto: Marcel Terhardt

Zur Erntepressekonferenz nach Haan hatte am Donnerstag vergangener Woche die Kreisbauernschaft Mettmann eingeladen. Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Gerhard Rosendahl lauschten die zahlreich erschienenen Pressevertreter dem Bericht der Landwirte aus der Kreisbauernschaft Mettmann. Diese blickten zurück auf eine durch teilweise trockene Saatbedingungen im Herbst, einen frostarmen Winter, Spätfröste im Frühjahr, eine Hitzeperiode im Frühsommer und verspätet einsetzende Regenfälle gekennzeichnete Erntezeit im Jahr 2017. Regional gab es erhebliche Unterschiede. Insgesamt fielen die Ernteergebnisse im dritten Jahr hintereinander im Vergleich zum Vorjahr ab. Je nach Bodenart und regionalem Wettergeschehen kam es zu Mindererträgen von bis zu 50 % im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt. Bei Mais und Zuckerrüben werde bei der jetzt stattfindenden Ernte von guten Erträgen ausgegangen.

Auch die Obst- und Gemüsebauern würden massive Einbußen verzeichnen. Sei schon die letztjährige Obsternte bescheiden gewesen, so hätte es zum Teil massive Ertragsrückgänge bei beispielsweise Äpfeln, Birnen, Pflaumen, Kirschen und Erdbeeren gegeben. Schätzungen würden von weit über 50 % Verlusten bei Äpfeln und Pflaumen ausgehen. Der Schutz der Obstblüten mit Windmaschinen und Frostschutzberegnung fände lediglich in wenigen Betrieben statt.

Die finanzielle Lage sei in vielen Betrieben stark angespannt. Auch die Bauern im Bereich der Kreisbauernschaft Mettmann versuchten sich zu wappnen. Das Wetter werde in Zukunft für die Bauern nicht berechenbarer. Die Politik sei gefordert, eine verwaltungstechnisch einfache, steuerfreie und dauerhafte Risikoausgleichsrücklage einzuführen nach dem Motto: „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.“ Grund für die Forderung sei neben den zunehmenden Extremwetterlagen der übermächtige Gegenpol des Lebensmittel­einzelhandels. Für die Landwirte der Kreisbauernschaft Mettmann sei eins sonnenklar: Der Klimawandel komme nicht, er ist schon da! Weitere Sorgen bereiten den Landwirten zudem gesetzliche Bestimmungen, die die Bauern dazu zwingen, hohe Investitionen tätigen zu müssen.