Politik im Fokus

13.07.2017

Kreisbauernschaften Mettmann und Ruhrgroßstädte prüften Bundespolitiker

Foto: Marcel Terhardt

Der Wahlkampf zum Deutschen Bundestag biegt auf der Zielgeraden ein. Auf die bundespolitische Besonderheit dieses Jahres gingen die Kreisbauernschaft Mettmann und die Kreisbauernschaft Ruhrgroßstädte mit ihrer Podiumsdiskussion in der vergangenen Woche in Ratingen ein. Rund 100 Teilnehmer waren der Einladung der beiden Kreisbauernschaften gefolgt, um mit den Bundestagskandidaten über landwirtschaftliche Themen zu diskutieren. Den beiden Kreisbauernschaften Mettmann und Ruhrgroßstädte war es im Wahljahr 2017 gelungen, im Vorfeld der anstehenden Wahlen zum Deutschen Bundestag fünf Parteienvertreter für diese Podiumsdiskussion zu gewinnen: Peter Beyer (CDU), Kerstin Griese (SPD), Dr. Ophelia Nick (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Anna-Tina Pannes (FDP) und Dieter Karzig (Die Linke) äußerten sich zu wichtigen Themenfeldern für die Landwirtschaft. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion durch Dr. Bernd Lüttgens, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes.

Flächenverbrauch zu hoch

Mit dem Leitbild einer zukünftigen Landwirtschaft, der ­zukünftigen Gestaltung der Agrarförderung und der zukünftigen Nutztierhaltungsstrategie wurde der Themenschwerpunkt Landwirtschaftspolitik und ländliche Entwicklung aufgegriffen. Zum Themenschwerpunkt Steuerpolitik wurden insbesondere die Einkommens- und die Erbschaftssteuer dis­kutiert. Aus dem Bereich der Umweltpolitik wurde schließlich neben der Biodiversität auch der fortschreitende ­Verbrauch landwirtschaftlicher Nutzflächen durch Baumaßnahmen und die damit in Zusammenhang stehenden Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen aufgegriffen. „Hier im Ballungsraum stellt der Flächenverlust ein erhebliches Problem dar. Der Verbrauch landwirtschaftlicher Nutzflächen bedeutet für uns Landwirte den Entzug unserer Existenzgrundlage“, so Martin Dahlmann, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann.

Von den knapp 5,2 Mio. Menschen im Regierungsbezirk Düsseldorf leben fast 3,3 Mio. Menschen allein im Bereich der Kreisbauernschaft Mettmann und der Kreisbauernschaft Ruhrgroßstädte. Über 140 Abgeordnete vom Bundestag bis zum Bürgermeister kommen aus diesem Gebiet. Bei der ­Diskussion wurden auch Schwerpunkte deutlich, die den einzelnen Parteien wichtig sind und für die sie sich zukünftig einsetzen wollen. „Auch nach unserer Podiumsdiskussion sind wir gut beraten, bis zur Wahl weiterhin die politischen Dialoge mit den Bundestagskandidaten fortzusetzen und uns in öffentlichen Wahlveranstaltungen auch deutlich zu Wort zu melden, um Falschaussagen und Hetze gegen unseren ­Berufsstand zurückzuweisen und die für uns wichtigen ­landwirtschaftlichen Themen vorzubringen“, betonte Christoph Ridder, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Ruhrgroßstädte.

Dialog fortsetzen

Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmer die Diskussion zu den für die Landwirte wichtigen Themenfeldern. „Die Parteien und ihre Vertreter werden sich auch nach der Bundestagswahl im September dieses Jahres an ihren heute getätigten Aussagen messen lassen müssen. Wir freuen uns, auch weiterhin mit ihnen im konstruktiven Dialog im Sinne der Landwirtschaft zu stehen, und haben bereits am heutigen Abend weitere Gesprächstermine vereinbart“, so Marcel Terhardt, Geschäftsführer der Kreisbauernschaft Mettmann und der Kreisbauernschaft Ruhrgroßstädte. Auch im Anschluss an die Podiumsdiskussion nutzten noch viele Teilnehmer die Gelegenheit, ihre Standpunkte mitei­nan­der auszutauschen und zu diskutieren.