Guten Ruf ernten

12.10.2017

„Wir scheinen nicht viel verkehrt zu machen“, freute sich Dr. Juliane Wahode, als sie dem Hauptreferenten des Erntedankempfangs im Kulturzentrum Sin­steden in Rommerskirchen dankte.

Sieben Junglandwirte wurden im Rahmen des Erntedankempfangs in Sinsteden mit Urkunden geehrt (v.l.n.r.): Daniel Clemens, Henrik Huetten, Johannes Kirschbaum, Joshua Kamper, Tobias Longerich und Jens Rademacher. Es gratulierten (vordere Reihe v.l.n.r.): Wolfgang Wappenschmidt, Kreisstellenleiter Ulrich Timmer, Dr. Juliane Wahode, Edelgard Stahl-Kamerichs sowie Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Foto: Detlef Steinert

Detlef Steinert, neuer Chefredakteur der LZ Rheinland, hatte in seiner Rede da­rauf hingewiesen, wie wichtig es sei, sich in andere hineinzufühlen, wenn man das Ansehen der Landwirtschaft verbessern wolle. Wer Sympathie von anderen erwarte, müsse erst Empathie für diese mitbringen. Steinert unterstrich außerdem, dass ein gutes Ansehen der Landwirtschaft sowohl auf kommunaler als auch auf Bundes- und EU-Ebene wichtig für die gesamte Branche und für jeden einzelnen Betrieb sei, um sich entwickeln zu können.

Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach, verwies auf die zurückliegenden Wahlen in Nordrhein-Westfalen und im Bund. Auf Landesebene sei nicht davon auszugehen, dass das, was die Vorgängerregierung veranlasst habe, zurückgedreht werden würde. Mit Blick auf die EU und die bereits laufenden Diskussionen zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik 2020 sei es wichtig, dass sich Deutschland klar positioniere. Hier bestehe aber angesichts der anstehenden Regierungsbildung und geänderter Kräfteverhältnisse im Bundesrat Unsicherheit.
Die frisch gebackenen Landwirte zeichnete Wappenschmidts Stellvertreterin, Dr. Juliane Wahode, mit Urkunden aus. Eine kleine Fragerunde machte den hohen Stellenwert deutlich, den der Nachwuchs auf eine breit angelegte Ausbildung legt. So ist Landwirt für einige der Ausgezeichneten der zweite Berufsabschluss, und allen war in der Ausbildung wichtig, unterschiedliche Betriebszweige kennenzulernen.

Edelgard Stahl-Kamerichs, Vorsitzende des mitveranstaltenden Kreisverbands Neuss-Mönchengladbach des Rheinischen LandFrauenverbandes, knüpfte ebenfalls an die vergangene Bundestagswahl an. Sie verwies dabei auf den Kommentar der LZ zum Wahlergebnis. Darin plädierte Chefredakteur Steinert für ein Ministerium, in dem die Zuständigkeiten für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung gestärkt und eng mitei­nan­der verbunden sind, um die ländlichen Räume attraktiver zu machen. Auch die Landfrauen machten sich seit langem dafür stark, die Bleibeperspektiven für Jung und Alt in den ländlichen Räumen zu verbessern.