Begegnung auf Augenhöhe

27.04.2017

Landespolitische Vertreter der CDU informierten sich in Lindlar über die Stimmungslage in der Landwirtschaft

Peter Biesenbach MdL, Hans Georg Theunissen, Peter Lautz, Dr. Bernd Lüttgens, Dr. Carsten Brodesser, Rainer Deppe, MdL und Bodo Löttgen (v.l.n.r.) diskutierten in Lindlar aktuelle Fragen der Agrar- und Umweltpolitik. Foto: Christiane Aumüller-Gruber

Ganz im Zeichen der Düngeverordnung stand die Veranstaltung des CDU-Agrarausschusses des Rheinisch-Bergischen Kreises, zu der etwa 80 Interessierte am Mittwoch vergangener Woche nach Lindlar gekommen waren. Darunter viele Bäuerinnen und Bauern aus dem Oberbergischen Land, Vertreter des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) und der Kreisbauernschaften. Sie nutzten den Abend, um sich über die aktuelle Situation der landwirtschaftlichen Praxis mit namhaften CDU-Politikern auszutauschen. Mit Rainer Deppe, Peter Biesenbach, Holger Müller und Bodo Löttgen, alle in der Region fest verwurzelt, waren gleich vier Landespolitiker der Einladung des CDU-Agrarausschusses gefolgt.

Dr. Bernd Lüttgens, stellvertretender  RLV-Hauptgeschäftsführer, gab einen breit gefächerten Überblick zum neu gefassten Düngerecht und bereitete den fachlichen Boden für die Diskussionsrunde. Vorab brachte er die Stimmungslage in der Landwirtschaft auf den Punkt. „Was uns pickt, ist die Art des Umgangs!“ Agrar- und Umweltpolitik in postfaktischen Zeiten setze auch ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel, mahnte er an. Unangemessene Rahmenbedingungen gefährdeten die Arbeit der Landwirte vor Ort, die im Bergischen Land viel für Grundwasser und Naturschutz erreicht haben. „Es hat politische Brisanz, dass Regionen, die ihr Grundwasser in gutem Zustand halten, durch die überarbeitete Düngeverordnung jetzt stärker eingeschränkt werden“, so Lüttgens.

Probleme sieht Lüttgens unter anderem durch abgesenkte N- und P-Bilanzsalden auf die Grünlandbetriebe zukommen. „Da wird es bei manchem eng“, warnte er. Die Stoffstrombilanz fordere einen hohen bürokratischen Aufwand und die bodennahe Ausbringtechnik von Wirtschaftsdüngern zusätzliche Kosten. Dabei gebe es kaum Spielraum in Form von Ausnahmeregelungen. „Wir laufen sonst Gefahr, mit der NEC-Richtlinie zu kollidieren“, machte er deutlich. Besondere Lasten für die nordrhein-westfälische Landwirtschaft bringe die neue Verordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV). Eine Melde- und Beratungspflicht für das Gros der Betriebe in NRW könne zum Wettbewerbsnachteil führen.

Eine Sorge, die von den anwesenden Landwirten geteilt wurde. „Schnell sind wir bei einer Gutachterpflicht mit zusätzlichen Kosten“, so Helmut Dresbach, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Oberberg. „Wie auch beim weiter wachsenden Flächenverbrauch“, forderte Peter Lautz, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Rhein-Berg, Regelungen und Maßnahmen wirtschaftlich sicher auszugestalten. Er traf damit den Nerv der Politiker vor Ort. „Wir wollen die Landwirtschaft in der Region ökonomisch auf sichere Beine stellen und dem Regelungswahn Einhalt gebieten“, versicherte Rainer Deppe MdL zu den Absichten der CDU.