Connemann im Bergischen

10.08.2017

CDU-Agrarausschüsse aus dem Bergischen Land luden Gitta Connemann auf den Hebborner Hof ein

Helmut Dresbach (r.) und Peter Lautz (l.) hatten Gitta Connemann ins Bergische Land ­eingeladen.

Die Landfrauen aus dem Bergischen Land stellten Gitta Connemann ihre Ziele anschaulich dar.

Rund 120 Landwirte, Landfrauen und Verbraucher diskutierten mit den Politikern. Fotos: Andrea Hornfischer

Hohen Besuch empfingen die bergischen Bauern am Mittwoch vergangener Woche auf dem Hebborner Hof der Familie Peter Lautz in Bergisch Gladbach. Gitta Connemann, CDU-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, war extra aus dem hohen Norden angereist, um mit den Landwirten über die aktuelle Agrarpolitik zu diskutieren. Die Agrarausschüsse der CDU-Kreisverbände Rheinisch-Bergischer Kreis und Oberbergischer Kreis hatten zu der Diskussionsveranstaltung „Landwirtschaft im Brennpunkt – wohin geht der Weg?“ eingeladen. Auch die CDU- Bundestagswahlkandidaten für den Rheinisch-Bergischen Kreis, Dr. Hermann-Josef Tebroke, sowie für den Oberbergischen Kreis, Dr. Carsten Brod-esser, stellten sich den rund 120 Gästen vor.

Für die Bauern war es eine Wohltat, Gitta Connemann zuzuhören. Schließlich stammt sie von einem landwirtschaftlichen Betrieb und „ist vom Fach“. „Gitta Connemann setzt sich für die Interessen der ländlichen Räume ein. Sie kämpft für die gesellschaftliche Anerkennung der Arbeit der Landwirte – Landwirtschaft braucht Wertschätzung, keine Diffamierung“, betonten Peter Lautz, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Rhein. Berg., und Helmut Dresbach, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Oberbergischer Kreis.

Die Politikerin kam in ihrem Vortrag noch einmal auf den Unfall eines Landwirts vor zwei Jahren zu sprechen, der von einem Bullen getötet wurde und anschließend von der Gruppe „Animal Peace“ verleumdet wurde. „Solange Verleumdungen von Toten nicht bestraft werden – und das ist nicht passiert – ist etwas faul in diesem Land“, sagte sie. Sie hatte damals auch die Klage der Kreisbauernschaft Oberbergischer Kreis gegen „Animal Peace“ medial unterstützt. „Ich wünsche mir, dass die Branche so betrachtet wird, wie sie ist, anstatt sie zu skandalisieren“, forderte sie. Immer mehr junge Menschen würden Interesse an dem Beruf des Landwirts zeigen, die Fachschulen hätten großen Zulauf. In den Medien sei „Essen und Ernährung“ das Topthema. „Wir müssen wieder zu einem Zustand kommen, dass Landwirte und ihre Familien nicht vogelfrei sind, sondern geschätzt werden“, brachte sie es auf den Punkt. Die Landwirtschaft bräuchte eine grundsätzliche Aussage von der Politik, eine Art Bekenntnis zur Landwirtschaft. Auch das Thema Ernährungsbildung war ihr eine Herzensangelegenheit. „Das Thema muss in die Schulen!“, hob sie hervor.

Die Landfrauen aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis und aus dem Oberbergischen Kreis hatten sich etwas ganz Besonderes ausgedacht, um Gitta Connemann ihre Anliegen zu vermitteln. Mit leuchtend gelben Warnwesten stellten sich zunächst alle mit dem Rücken zum Publikum und hielten verdeckt Schilder hoch. Dann drehten sie sich um. Zu sehen war die Aussage: „Das Beste in unseren Ställen sind die Tiere“. Die Idee dazu stammte von Landfrau Resi Simons, die aufgrund von zwei Kontrollen nicht dabei sein konnte. Aber genau diesen überzogenen bürokratischen Aufwand kritisierten die Landfrauen. „Unsere Betriebe leiden unter einer übermäßigen Bürokratie. Ständige Aufzeichnungspflichten und Dokumentationen fordern uns in allen Bereichen des Betriebes“, betonte Landfrau Bärbel Bosbach. Immer mehr Kontrollen, immer mehr unsinnige Verordnungen, immer höhere Sanktionen bei Nichteinhaltung, immer weniger finanzieller Nutzen und am Ende bliebe immer weniger Arbeitszeit für die Tiere und den Betrieb. „Die Größe des Betriebes entscheidet nicht über das Tierwohl“, stellte die Landfrau auch heraus. Das Tierwohl stünde an erster Stelle. „Wir bieten allen Organisationen an: Redet mit uns. Unsere Stalltüren sind offen“, sagte Bärbel Bosbach abschließend.