Unterstützung durch Politik und Gesellschaft gefordert

21.09.2017

Auch wenn das Wetter am vergangenen Sonntag nicht immer stabil war – zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit zu einem Ausflug auf den Biobetrieb von Familie Klein in Reichshof-Zimmerseifen.

Zahlreiche Ehrengäste kamen zum Erntedankempfang der Kreisbauernschaften nach Zimmerseifen.

Ein gelungener Tag des offenen Hofes auf dem Betrieb der Familie Klein. Fotos: Stefan Rankenhohn

Während die Kinder Spaß auf Strohrutsche und der Hüpfburg hatten, informierten sich die Erwachsenen beim Tag der offenen Tür über Landwirtschaft im Bergischen Land und landwirtschaftliche Produkte.
Den traditionellen Auftakt beim Tag der Landwirtschaft bildete der Erntedankempfang der Kreisbauernschaften Rhein.Berg und Oberberg. Mit etwa 60 Ehrengästen war er sehr gut besucht und wurde von den Jagdhornbläsern des Hegerings Waldbröl stimmungsvoll begleitet.

Helmut Dresbach, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Oberberg, nutzte seine Ansprache zu einem Appell in Richtung EU. Er forderte auch nach dem Jahre 2019 eine starke Agrarpolitik mit einer soliden und verlässlichen Finanzierung. Schließlich hätten die Bauern von der Pflege der Kulturlandschaft über die Erzeugung von hochwertigen Lebensmitteln und Energie bis hin zur Hilfe bei der Lösung der weltweiten Ernährungsfrage ein vielfältiges Aufgabenfeld zu bewältigen. Das müsse im EU-Haushalt berücksichtigt werden. Dresbach sieht aber auch die Gesellschaft in der Verantwortung: „Wer ohne zu zögern ein Brathähnchen für weniger als 3 € kauft, wer ohne nachzudenken für 1 l Mineralwasser mehr bezahlt als für 1 l Milch, der gibt an der Ladenkasse das moralische Recht ab, über die Landwirtschaft herzuziehen.“ Der Kreisvorsitzende mahnte, höhere Anforderungen an die Qualität der Lebensmittel und damit höhere Aufwendungen bei deren Erzeugung erforderten auch höhere Preise. Die Sicherung der Landwirtschaft stärke den ländlichen Raum – sei eine gemeinsame Aufgabe von Politik und Gesellschaft, so Dresbach weiter.