Weseler Bauern verärgert

12.10.2017

Der Umwelt- und Planungsausschuss des Kreises Wesel hat kürzlich einen Beschluss zu einem Modellprojekt zur Verbesserung des Grundwassers verfasst – ohne die Bauern vor Ort einzubeziehen.

Darüber waren die Landwirte mehr als irritiert. „Für mich ist es völlig haltlos, dass im Umweltausschuss ein Projekt beschlossen wird, bei dem sich die Landwirte beteiligen sollen, ohne dass im Vorfeld mit den Betroffenen das Gespräch gesucht wird“, zeigte sich Wilhelm Neu, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Wesel, in einer Pressemitteilung verärgert. „Wir arbeiten seit Jahren an Verbesserungen im Düngemanagement, da ist es schon unverfroren, wenn seitens des Kreises behauptet wird, die neue Düngeverordnung wirke nicht, obwohl diese noch gar keine Anwendung gefunden habe“, so Neu.
Aus Sicht der Landwirte führe die neue Düngeverordnung mit ihren vielfältigen Vorgaben zur Düngeplanung, Bilanzierung und veränderten Sperrfristen zu vielen neuen He­rausforderungen, die sich auch auf die Struktur der Landwirtschaft im Kreis Wesel auswirken können. „Aufgrund der überzogenen Bürokratie dieser  Verordnungen droht ein beschleunigter Strukturwandel. Wir müssen erst einmal auf unseren Höfen Lösungen finden und brauchen hierfür die Unterstützung der Landesregierung, bevor ein neues Modellprojekt ins Leben gerufen wird“, so der Kreisvorsitzende. Er merkte an, dass die Landwirte zum kooperativen Gewässerschutz stünden. Allerdings sei eine wichtige Voraussetzung, dass die Landwirtschaft von der ersten Idee und in den weiteren Schritten einbezogen würde. „Das intransparente Vorgehen im Kreis Wesel passt nicht zu einem kooperativen Mitei­nan­der“, erläuterte der Vorsitzende Neu seine Bedenken.