Landwirte setzen sich mit Agrarumweltprogrammen für die Artenvielfalt ein

08.07.2015
Der Naturschutz in Deutschland geht bis auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mitteilt, werde die Erhaltung der Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten bis heute in besonderer Weise über die Ausweisung von Schutzgebieten umgesetzt.

Aber auch auf dem bewirtschafteten Acker werden die Arten der Offenlandschaft geschützt, zum Beispiel durch kooperative Naturschutzmaßnahmen nach dem Prinzip „Naturschutz durch Nutzung“, produktionsintegrierte Kompensation und vieles mehr. Zudem beteiligen sich zahlreiche Landwirte an Agrarumwelt- und Vertragsnaturschutzmaßnahmen.

Im weltweiten Vergleich zu anderen dicht besiedelten Ländern ist nach RLV-Angaben in Deutschland ein vergleichsweise hoher Anteil der Landesfläche unter Schutz gestellt. So würden etwa ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland oder 5,6 Mio. ha über Agrarumweltmaßnahmen gefördert. Neben der Förderung des ökologischen Landbaus sei hierbei der Erhalt von Grünland und vielfältigen Fruchtfolgen von zentraler Bedeutung. Der Erhalt der regional angepassten Sorten- und Rassenvielfalt von Kulturpflanzen und Nutztieren werde ebenfalls gefördert.

Der Flächenanteil von Naturschutzgebieten in Nordrhein-Westfalen ist zwischen 1980 und 2013 von 0,5 % auf 8 % gestiegen. Wie der RLV nach Berechnungen des statistischen Landesamt dazu mitteilt, umfassten die insgesamt 3 181 Naturschutzgebiete im Jahr 2013 eine Gesamtfläche von 272 779 ha (1980: 247 Naturschutzgebiete mit 16 604 ha).

Das Land Nordrhein-Westfalen förderte im Jahr 2013 nach Angaben des Verbandes etwa 225 000 ha im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen und dem ökologischen Landbau. Dies entspricht einem Anteil von rund 15 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Dabei beteiligten sich rund 12 000 Betriebe und damit 30 % aller Betriebe an der Durchführung dieser Maßnahmen. Die Zahlen zeigten, dass zahlreiche Landwirtinnen und Landwirte bereit sind, besonders nachhaltige und umweltverträgliche Produktionsverfahren anzuwenden, wertvolle Biotope zu pflegen und damit zusätzliche ökologische Leistungen für die Gesellschaft zu erbringen, so der RLV.


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