Rheinische Landwirte starten Aktion gegen Schleuderpreise

22.03.2016
Die Landwirte haben die Schleuderpreise satt, mit denen der Lebensmitteleinzelhandel die Nahrungsmittel verramscht. „25 Cent für 1 l Milch, 26 Cent von 200 g Wurst, 1 Cent von einem Brötchen – das, was Landwirte für Lebensmittel erhalten, ist zu wenig“, kritisiert Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV).

Daher veranstalten die rheinischen Bauern morgen (23.3.) in den Fußgängerzonen in Gummersbach (Kaiserstraße/Ecke Hindenburgstraße von 10.00 bis 14.00 Uhr) und Essen-Kettwig (Hauptstraße um 16.00 Uhr) Aktionen für eine höhere Wertschätzung der Nahrungsmittel. Die Bauern werden die Lebensmittel an dem Infostand zu dem Preis anbieten, den Verbraucher bereit sind zu zahlen.

„Die Situation auf den wichtigen Agrarmärkten, vor allem bei Fleisch und Milch, ist bereits seit über einem Jahr äußerst angespannt. Auch in diesem Jahr ist keine Trendwende bei den Erzeugerpreisen erkennbar“, betont der RLV-Präsident. Nicht wenige Bauern müssten um ihre Existenz fürchten. „Der Lebensmitteleinzelhandel übt großen Preisdruck aus. Vier Unternehmen teilen sich 85 % des Marktes auf. Landwirte, die unsere Lebensmittel eigentlich herstellen, erhalten heute im Durschnitt nur noch 22 % von dem, was Verbraucher an der Ladenkasse ausgeben. Bei Brot & Co sind es sogar nur noch 5 %“, sagt Conzen. Während die Erzeugerpreise der Landwirte gesunken seien, hätten sich die Preise für die Verbraucher wenig verändert. Die Spannen verblieben bei den Vermarktern, Verarbeitern und dem Lebensmitteleinzelhandel. Gleichzeitig schrieben immer mehr landwirtschaftliche Betriebe rote Zahlen und gerieten unter massiven wirtschaftlichen Druck.

„Wenn der Lebensmitteleinzelhandel so weiter macht, zerstört er die regionalen Strukturen! Die Bauern wollen nachhaltig produzieren. 77 % der Verbraucher geben an, großes Vertrauen in heimische Lebensmittel zu haben. Aber ohne wirtschaftlichen Erfolg lässt sich die Landwirtschaft in der Region auf Dauer nicht halten“, so der RLV-Präsident. Die Bauern machten mehr als nur „satt“. Sie produzierten hochwertige, gesunde und sichere Lebensmittel, pflegten die Kulturlandschaft, erzeugten erneuerbare Energie und hielten das Dorfleben zusammen. Eine nachhaltige Landwirtschaft und eine Lebensmittelerzeugung zu hohen Standards mit Rohstoffen „Made in Germany“ dürfe nicht gefährdet werden. Stattdessen wollten die Bauern gemeinsam mit den Verbrauchern Preise einfordern, die allen Akteuren der Lebensmittelkette eine Perspektive und eine Weiterentwicklung ermöglichen.


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