Schutz von Boden und Betrieben gefordert

16.11.2017
Kreisbauernschaft Krefeld-Viersen informierte über das Leitungsprojekt „A-Nord“

Amprion stellte auf Einladung der Kreisbauernschaft Krefeld-Viersen das Leitungsprojekt „A-Nord“ vor. Foto: Sebastian Gores

Wie sieht das geplante Leitungsprojekt „A-Nord“ konkret aus? Auf Einladung der Kreisbauernschaft Krefeld-Viersen stellte Amprion am Montag dieser Woche in Kempen vor rund 150 Landwirten das Leitungsprojekt „A-Nord“ vor. Nach der Begrüßung und Einführung durch den Kreisvorsitzenden Paul-Christian Küskens erläuterte der stellvertretende Projektleiter von „A-Nord“, Arndt Feldmann, die Gründe für den Leitungsneubau. So würde in der Region rund um Emden in Niedersachsen künftig zehn mal so viel Strom durch Windenergieanlagen erzeugt wie dort verbraucht werde. Im Zuge der Energiewende müsse der Strom von der Nordsee in die Bedarfsregionen an Rhein und Main geleitet werden. Diesem Ziel diene das Projekt „A-Nord“, mit einer Leistung von 2 Gigawatt, dessen Inbetriebnahme für das Jahr 2025 vorgesehen ist, so Feldmann.

Anschließend stellten die Vertreter von Amprion die technischen Grundlagen und die Bauweise dar. Dabei wurde deutlich, dass ein Arbeitsstreifen mit einer Breite von 35 m und später ein sogenannter Schutzstreifen mit einer Breite von 24 m benötigt werden. Schließlich stellte Feldmann noch die möglichen Trassenvarianten in der Region um Kempen, Tönisvorst, Willich und Krefeld dar. Abschließend standen er und Holger Hübert, bei Amprion zuständig für den Bereich Recht, sowie der Leiter Technik, Ludger Jungnitz, den anwesenden Landwirten für Fragen rund um das Leitungsprojekt zur Verfügung.

Unmut gab es unter den Zuhörern insbesondere, als Hübert die Grundlagen der geplanten einmaligen Pauschalentschädigung vorstellte. Von Seiten der Landwirte wurden im weiteren Verlauf der Diskussion eine unabhängige bodenkundliche Begleitung der Bauarbeiten sowie die enge Einbeziehung von Vertretern der örtlichen Landwirtschaft während der Bauphase gefordert. Küskens machte zum Abschluss der rund dreistündigen Veranstaltung noch einmal auf die Auswirkungen eines solchen Leitungsprojektes für die Landwirtschaft in der Region aufmerksam und forderte umfassenden Schutz für Boden und Betriebe.