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Die FDP-Politiker Kurt Victor (5.v.l.) und Philip Cierniak (7.v.l.) stellten sich der Diskussion mit (v.l.n.r.) Stefan Jansen, Michael Graf, Bernhard Nellessen, Dieter Esser, Bernd Kockerols, Wilfried Dahmen und Matthias Steffens. Es fehlt Dr. Werner Pfeil MdL, der sich früher verabschieden musste. Foto: Dieter Esser

Verständnis für Landwirtschaft schwindet

„Der Wolf ist für unsere Weidetiere inzwischen eine konkrete Gefahr und stellt die gesamte Weidehaltung nicht nur in der Eifel infrage“, stellte Kreislandwirt Dieter Esser anlässlich des Gesprächs der Kreisbauernschaft mit den FDP-Landtagskandidaten Dr. Werner Pfeil MdL, Kurt Victor und Philip Cierniak auf seinem an der deutsch-belgischen Grenze im Hohen Venn gelegenen Betrieb fest. Bei einem Ausritt mit einer größeren Gruppe von Feriengästen sei ihm ein aus fünf Tieren bestehendes Wolfsrudel einige Zeit gefolgt, was allen ein mulmiges Gefühl bereitet habe. Auch wenn die Wiederansiedlung des Wolfs offensichtlich von der Gesellschaft gewollt sei, so müsse die Politik dennoch ermöglichen, dass verhaltens-auffällige Wölfe, die wiederholt Weidetiere gerissen hätten, entnommen werden dürften.
Nach Ansicht des Kreisbauernvorsitzenden Bernd Kockerols sei der Wolf ein typisches Beispiel dafür, wie es angesichts vielfältiger Anforderungen der Bevölkerung im Natur- und Umweltschutz immer schwieriger für die Landwirte werde, erfolgreich einen Betrieb zu führen. In die gleiche Kategorie falle auch die im Rahmen der anstehenden GAP-Reform vorgesehene verpflichtende Stilllegung von 4 % der Ackerflächen eines Betriebs – eine Regelung, die angesichts der kriegsbedingt zu erwartenden Versorgungsknappheit mit Getreide allerdinds nur schwer nachvollziehbar sei.
Einigkeit bestand mit den Landtagskandidaten darüber, dass das Verständnis für die Landwirtschaft insbesondere in städtischen Bereichen, aber selbst in ländlichen Regionen, immer mehr schwinde. Die Landwirtschaft werde nicht mehr primär als Lebensmittelproduzent wahrgenommen, sondern als jemand, der für Probleme verantwortlich sei – beim Grundwasser, beim Insektensterben oder gar bei der Klimaveränderung. Daher sei der Weg auch kurz zu den vielfältig formulierten Forderungen in den genannten Bereichen. Die Landwirtschaft sei daher gefordert, dieses Bild wieder zurechtzurücken – und dies gehe nur über gute Öffentlichkeitsarbeit. Aber auch die Politik könne hierbei behilflich sein, indem man dafür sorge, dass künftig in den Schulbüchern der Grundschulen wieder realitätsnahe Artikel über die Landwirtschaft erscheinen würden.


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