Gehören Landwirte zum "Personal kritischer Infrastruktur"?

Die Landesregierung NRW hat bekanntlich alle Schulen und Kindertageseinrichtungen bis zum Ende der Osterferien geschlossen, um einer weiteren Verbreitung des Corona-Virus entgegenzuwirken. Lediglich für die Kinder eines eingeschränkten Personenkreises sollen Schulen und Kindertagesstätten eingeschränkt zum Zwecke der dortigen Betreuung geöffnet sein. Der Gesetzgeber spricht insoweit von Kindern des „Personals kritischer Infrastruktur“. 

Mit einem Erlass hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAX) den diesbezüglichen Personenkreis festgelegt. Gemäß II.3 zählt zu diesem Personenkreis im Bereich der Ernährung auch die Nahrungsmittelproduktion. Wir gehen davon aus, dass damit auch Landwirten, die Möglichkeit gegeben ist, ihr Kind weiterhin in Schule oder Kindertagesstätte betreuen zu lassen. Den kompletten Erlass gibt es hier.

Nach oben


Welche Tätigkeiten darf ich als betroffener Landwirt ausüben?

„Wie ein gegebenenfalls positiv auf das Corona-Virus getesteter Landwirt weiter arbeiten darf, hängt von den jeweiligen Auflagen ab, die mit dem Verhängen einer Quarantäne durch das jeweils zuständige Gesundheitsamt getroffen werden“, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums auf Anfrage der LZ Rheinland. Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) hebt zudem hervor, dass ein Landwirt nicht zwangsläufig keine Feldarbeiten mit seinem Schlepper mehr verrichten dürfe. „Wichtig ist in erster Linie, dass der Kontakt zu anderen Menschen unterbleibt, um eine mögliche weitere Ausbreitung des Virus zu unterbinden“, so der RLV.

Nach oben


Was passiert, wenn Mitarbeiter infiziert sind?

Auch hier entscheidet das Gesundheitsamt vor Ort. In der Regel werden Erkrankte sowie alle Erstkontakte zwei Wochen unter Quarantäne gestellt und isoliert.

Nach oben


Darf ein betroffener Milchbauer seine Milch abliefern?

„Ja, denn die Milch selber trägt nicht zu einer Verbreitung des Virus bei. Bei der Abholung der Milch gibt es jedoch deutlich verschärfte Hygieneauflagen, je nach Molkerei unterschiedlich. So gilt es, physische Kontakte zu reduzieren und zu vermeiden. Der Hof sollte also die Quarantäne des Betriebs sicherstellen (Besuchs- und Begehungsverbot betriebsfremder Personen). Ein Desinfizieren der Milchkammer, idealerweise zwei Stunden vor Abholung der Milch durch den Tanksammelwagen ist eine Weisung einer Molkerei, inklusive der Türgriffe und Apparaturen, die beim Abpumpen bedient werden. Dann sollte der Landwirt dem Fahrer während der Abholung nicht physisch begegnen. Die Handdesinfektion des Fahrers vor und nach dem Abtanken ist erforderlich“, betonte Frank Maurer, Sprecher der Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW. Da der Virus nach bisherigem Kenntnisstand nicht von Mensch zu Tier übertragen werden kann, dürfe ein Milchbauer, der selbst unter Quarantäne steht, trotzdem weiter melken.

Nach oben


Kann man sich über Lebensmittel anstecken?

Mit Blick auf Infektionen in Schlacht- und Zerlegebetrieben hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aktuell mitgeteilt, dass eine Übertragung von Coronaviren über Fleischwaren oder andere Lebensmittel nach dem derzeitigen Stand des Wissens unwahrscheinlich ist.

Theoretisch ist laut BfR eine Verunreinigung mit Coronaviren während der Schlachtung oder bei der Fleischzerlegung und –verarbeitung möglich. Dem Bundesinstitut zufolge sind jedoch bislang keine Infektionen mit SARS-CoV-2 über den Verzehr von Fleischwaren oder Kontakt mit kontaminierten Fleischprodukten bekannt. Landwirtschaftliche Nutztiere wie Schweine oder Hühner seien nach gegenwärtigem Wissensstand nicht mit SARS-CoV-2 infizierbar und könnten das Virus somit über diesen Weg nicht auf den Menschen übertragen. Coronaviren können sich in oder auf Lebensmitteln nicht vermehren, sie benötigen dazu einen lebenden tierischen oder menschlichen Wirt, so das BfR weiter. Für Coronaviren und SARS-CoV-2 gebe es keine Hinweise, dass es durch den Verzehr von Lebensmitteln, wie Fleisch und daraus hergestellten Produkten, zu einer Infektion des Menschen komme. Wer sich vor lebensmittelbedingten Infektionen schützen wolle, könne Fleisch und Geflügel grundsätzlich vor dem Essen ausreichend und gleichmäßig erhitzen. Die Stellungnahme des BfR findet sich hier.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat zu der Frage, ob das Virus auch über Lebensmittel, importierte Produkte wie Kinderspielzeug, Mobiltelefone, Gegenstände wie Türklinken, Werkzeuge etc. sowie Geschirr und Besteck auf den Menschen übertragen werden kann, im Rahmen eines Frage-Antwort-Katalogs Stellung genommen. In diesem Zusammenhang geht das BfR auch auf eine kürzlich veröffentlichte Studie ein, die darauf hinweist, dass SARS-CoV-2 auch bei erhöhter Temperatur (30 Grad Celsius) mehrere Tage auf einer Metalloberfläche infektiös bleiben kann. Allerdings, so das BfR, führe die Abtrocknung der Oberfläche innerhalb einer Stunde zu einem signifikanten Rückgang der Infektiosität um den Faktor 100. Damit sei die im Labor ermittelte Stabilität des Coronavirus SARS-CoV-2 deutlich geringer als diejenige von vielen anderen Krankheitserregern. Außerdem geht das BfR  auf den „Nutzen“ der im Handel und im Internet angebotenen Masken mit Nano-Silber ein. Über die Wirkung von Nano-Silber auf Viren ist bisher nur wenig bekannt. Mehr Infos zu den gesundheitlichen Risiken von Nano-Silber in Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten finden sich im Frage-Antwort-Katalog des BfR unter der Frage zu selber hergestellten Behelfsmasken - die am 29. Juni 2020 aktualisierte Übersicht findet sich hier.

Nach oben


Gibt es eine Übertragung von Mensch zu Tier?

Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) hat mit Meldung vom 2. April 2020 zur Frage der Empfänglichkeit von Hühnern und Schweinen für den Coronavirus SARS-CoV-2 wörtlich mitgeteilt: „Unter den Versuchsbedingungen zeigten sich weder Schweine noch Hühner als empfänglich für eine Infektion mit SARS-CoV-2. Nach jetzigem Kenntnisstand sind sie also von dem Virus nicht betroffen und stellen demnach kein potentielles Risiko für den Menschen dar.“

Zum Umgang mit Haustieren im Hinblick auf COVID-19 hat das FLI in seinen Empfehlungen vom 23. April 2020 darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit besteht, dass empfängliche Haustiere durch engen Kontakt mit infizierten Personen ebenfalls infiziert werden, da die SARS-CoV-2-Infektionen in der menschlichen Bevölkerung verbreitet sind. Diese Infektionen können laut FLI bei gesunden Katzen und Frettchen auch ohne oder nur mit geringen Symptomen verlaufen.

Nach oben


Wo finde ich Informationen zum aktuellen Stand?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) informiert sowohl über den aktuellen Stand der Epidemie als auch über Hygienemaßnahmen unter www.rki.de.

Nach oben

Best Hentai games 5.1 Surround music Foot Fetish