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Rheinische Bauern protestieren in Brüssel

03.09.2015

Am Montag um 7.30 Uhr überschreiten sie die belgische Grenze - Zu einer großen Bauerndemonstration in Brüssel fahren die rheinischen Bauern am Montag mit mehreren Bussen. Um 7.30 Uhr werden sie die belgische Grenze überschreiten (Rasthof Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch, A 4) und ein starkes Pressemotiv mit Schildern, Trillerpfeifen und lebensgroßen, gebastelten Schweinen bieten. Darauf weist der Rheinische Landwirrschafts-Verband (RLV) hin.

„Die rheinischen Bauern haben zurzeit mit sehr niedrigen Preisen vor allem beim Schweinefleisch und bei der Milch zu kämpfen. Wir produzieren für den Weltmarkt. Und wenn da einer Husten hat, bekommen die anderen auch Schnupfen“, betont RLV-Präsident Bernhard Conzen. „Chinas Konjunktur schwächelt, Russland hat die Grenzen dicht gemacht – da fehlen uns wichtige Absatzmärkte. Hinzu kommt, dass in den Drittländern außerhalb Europas 1,5 Mio. t mehr Milch produziert wurde, sodass viel Milch auf dem Markt ist. Die Preismisere ist dramatisch für unsere Bauern“, so Conzen. Brüssel müsse bessere Rahmenbedingungen schaffen, sodass die Tierhalter im internationalen Wettbewerb nicht weiter abgehängt werden.

Dazu gehöre eine Absatzförderung- und Marketingoffensive der EU für Agrargüter und Lebensmittel. Die rheinischen Bauern fordern gemeinsam mit ihren Berufskollegen aus ganz Deutschland auch eine steuerliche Risikoausgleichsrücklage. Landwirte haben hunderttausende Euro in die Hand genommen, um in moderne Ställe mit hohem Tierwohlstandard zu investieren, die sie jetzt kaum mehr abbezahlen können, weil die Preise so schlecht sind. Um schwankende Marktpreise ausgleichen zu können, fordern die rheinischen Bauern, in guten Einkommenszeiten Geld zurücklegen zu können, anstatt hohe Steuern zu zahlen.

„Dazu zählt auch die Bürokratie zu reduzieren, die teurer ist, als man denkt“, sagt Conzen. Viele Betriebe müssten oft schon eine Halbtagskraft fürs Büro einstellen, um allen Aufzeichnungspflichten nachzukommen. Dank der Dokumentation sei die gesamte Lebensmittelproduktion transparent und nachvollziehbar für den Verbraucher. In anderen Ländern sei der bürokratische Aufwand hingegen nicht so hoch. Das werfe die Bauern im Wettbewerb zurück. Auf nationaler Ebene könne eine Aufstockung des Bundeszuschusses für die landwirtschaftliche Unfallversicherung zu einer Entlastung der Betriebe beitragen.



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