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Von einem Euro erhält der Landwirt heute nur noch 23 Cent

18.02.2016

Der Anteil, den ein Landwirt für Lebensmittel bekommt, wird immer geringer. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mitteilt, bekommt der Bauer von einem Euro Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel heute nur noch 23 Cent.

Foto: Andrea Bahrenberg

Der Anteil der landwirtschaftlichen Verkaufserlöse an den Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel inländischer Herkunft lag im Jahr 2014 bei 23 %. Anfang der 70er Jahre lag der entsprechende Anteil mit 48 % mehr als doppelt so hoch. Bei Milch- und Milcherzeugnissen betrug der Anteil in 2014 genau 42 %, bei Fleisch- und Fleischwaren 24 %. Am niedrigsten ist der Erlösanteil nach wie vor bei Brotgetreide und Brotgetreideerzeugnissen mit knapp 5 %.

Auch landwirtschaftliche Erzeugerpreise für Backweizen stellen beispielsweise nur einen geringen Kostenfaktor bei der Brotherstellung dar, so der RLV. So entfallen bei einem Brötchen weniger als 7 % des Preises auf seinen Getreideanteil. Für die Herstellung eines Brötchens benötigt der Bäcker etwa 34 g Mehl. Bei einem Ausmahlungsgrad von rund 75 % sind das lediglich 45 g Weizen. Um den Brötchenpreis um nur einen Cent anzuheben, müsste sich der Getreidepreis verdoppeln. Schwerwiegender in der Preiskalkulation der Bäcker wirken sich dagegen die Kosten für Energie und Löhne aus.

Von 1950 bis 2014 hat sich der Nettostundenverdienst eines Industriearbeiters nach RLV-Angaben auf mehr als das 22-fache erhöht. Da die Brotpreise nur um das zehnfache gestiegen sind, kann sich der Industriearbeiter für seinen Stundenlohn heute (2014) mehr als doppelt soviel Brot kaufen wie noch vor gut 60 Jahren. Der Weizenerzeugerpreis lag 2014 in etwa auf dem Niveau von 1950; bezogen auf das Endprodukt erlöst der Landwirt nur etwa 6 %. Demgegenüber waren es 1950 entsprechend noch zwei Drittel des Brotpreises.



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