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Weiße Rübenberge auf rheinischen Äckern

07.12.2016

Kleine Berge mit Zuckerrüben liegen derzeit auf rheinischen Äckern, meist entlang der Feldwege, teilt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn mit. Diese werden jetzt mit weißem Vlies abgedeckt, um sie vor Frost zu schützen.

Foto: Dr. Peter Kasten

In dieser und der nächsten Woche ist mit stärkeren Frösten zu rechnen (regional bis -6°C). Diese Fröste können Rüben, die in Feldrandmieten lagern, durchfrieren lassen und spätestens beim Wiederauftauen erheblich schädigen. Daher werden spät zu liefernde Rübenmieten jetzt abgedeckt.

Ein Teil der Rüben wird frisch vom Feld in die Zuckerfabrik geliefert, aber den größten Teil der Ernte roden die Landwirte auf Vorrat und lagern ihn am Feldrand zwischen. Ursache der Rübenberge ist die Organisation der Rübenernte, für Kenner der Szene auch Kampagne genannt. Damit die Schornsteine rund um die Uhr dampfen können, brauchen die Zuckerfabriken während der Ernte kontinuierlich Nachschub. Um den Arbeitsablauf in der Fabrik zu rationalisieren, bekommen die Landwirte feste Liefertage vorgegeben.

Da Zuckerrüben am besten bei trockenem Wetter sauber geerntet werden können, müssen die Landwirte schöne Tage im Herbst auch dann für die Ernte nutzen, wenn gerade keine Rübenanlieferung anstehen. Die Rübenkampagne dauert bis Sylvester. Da dann schon Eis und Schnee die Rübenernte und die anschließende Weizenaussaat behindern können, müssen gegen Ende der Kampagne immer mehr Rüben auf Vorrat gerodet werden.

Nachteilig für die Landwirte ist, dass die Rüben in der Feldrandmiete je weiter das Jahr fortschreitet vor Frost und Regen geschützt werden müssen. Die Abdeckung mit Vlies, Plane oder Folie bringt zusätzliche Kosten und eine Mehrarbeit von bis zu zwei Stunden pro ha, die der Landwirt tragen muss. Der richtige Zeitpunkt für die Abdeckung muss gut überlegt werden, denn wenn die Rüben unter der Plane schwitzen, verlieren sie durch Atmungsverluste wertvollen Zucker. Die Rüben werden von dort aus zum vorgegebenen Termin auf die Rübenzüge - meist Traktoren mit Anhängern oder Lkw´s - geladen und in die Fabrik gefahren. Häufig werden sie von großen Reinigungsladern, auch Lademäuse genannt, am Feldrand aufgenommen, über Förderbänder noch einmal von der Erde befreit und auf die Anhänger verladen.



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