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Was bedeutet der Schweinepest-Verdachtsfall für die rheinischen Schweinehalter?

10.09.2020

Heute wurde der Verdacht des ersten Falls von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Schenkendöbern/Sempten in Deutschland bestätigt. Was bedeutet dies für die 500 rheinischen Schweinehalter?

Landwirte werden nun die Wachsamkeit der letzten Jahre erhöhen und ihre Biosicherheitsmaßnahmen überprüfen. Weiterhin macht sich der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) große Sorgen um den Export und den Statusverlust, der mit einem Verdachtsfall einhergeht. „Ich hoffe, dass es Deutschland ebenso wie Tschechien und Belgien gelingt, das Virus durch konsequente Maßnahmen, die Bund und Länder seit 2014 vorbereitet haben, wieder loszuwerden!“, sagte RLV-Präsident Bernhard Conzen.

Eines gleich vorweg: Für Menschen ist dieses Virus grundsätzlich ungefährlich. Schweinefleisch kann weiter verzehrt werden. Die Afrikanische Schweinepest ist ein hochansteckendes Virus, das für Haus- und Wildschweine gefährlich ist. Der Krankheitsverlauf ist für die meisten Schweine tödlich. Eine Impfung gegen das Virus gibt es bislang nicht.

Mit dem Verdachtsfall ist Deutschland erstmals von der ASP betroffen und verliert den für den Export in Drittländer wichtigen Status „frei von ASP“. Die rheinischen Bauern betrifft der Fall daher vor allem durch den Statusverlust, selbst wenn in Schenkendöbern/Sempten weit von NRW entfernt ist. Der Export in Drittländer wird erwartungsgemäß wegbrechen, fürchtet der RLV. Das seit fatal, da etwa China ein wichtiger Abnehmer von Teilen des Schweins sei, die hierzulande nicht gegessen werden, wie Schnäuzchen, Pfötchen und vieles mehr. Bundesministerin Klöckner hat angekündigt, sich insbesondere mit China über das in der EU erfolgreiche Regionalisierungskonzept zu verständigen. Das bedeutet, dass freie Regionen eines betroffenen Staates vom Exportverbot ausgenommen werden könnten. Dies wäre insbesondere für die Veredlungsregionen  NRW und Niedersachsen von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Was können Bürger tun, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern? Es besteht die Gefahr, das Virus zu verbreiten, sowohl durch Wildschweine als auch durch die Verschleppung durch Menschen über weggeworfene Wurstbrote. Der RLV erinnert deshalb daran, dass die gefährlichen Viren durch mitgebrachte Lebensmittel infizierter Tiere wie Frischfleisch oder Rohwürste, die zum Beispiel aus kleinen Hausschlachtungen stammen, eingeschleppt werden können. Ein einziges Wurstbrot, das den Erreger enthalte und achtlos weggeworfen würde, könnte die Seuche so auch in anderen Regionen zum Ausbruch bringen.

Zum Hintergrund:

Ein Wildschweinkadaver wurde in Schenkendöbern/Sempten im Spree-Neisse-Kreis (Brandenburg) rund 5 km von der polnischen Grenze gefunden. Der Verdacht wurde durch Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) nun bestätigt.

Beim Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) und beim Friedrich-Löffler-Institut gibt es aktuelle Infos zur Ausbreitung unter  www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/afrikanische-schweinepest/ und unter www.bmel.de.

Weitere Hintergrundinfos für Bürger gibt es unter

www.bauernverband.de/topartikel/hintergrundinformation-zur-afrikanischen-schweinepest

Weitere Infos für Landwirte hierzu gibt es unter www.rlv.de/schwein-wichtig/.



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