Gesunde Kühe

29.07.2015

Milchbauern der Kreisbauernschaft Bonn-Rhein-Sieg wehrten sich gegen ARD-Sendung zu „Turbo-Kühen“

In der Zucht stehen die Tiergesundheit, Langlebigkeit und Robustheit der Kühe im Vordergrund. Darüber sprachen zusammen mit 25 weiteren Landwirten aus Much und dem Rhein-Sieg-Kreis (v.l.n.r.): Wilhelm Neu, Marc Färfers, Marcel Andree, Norbert Büscher, Bürgermeister der Gemeinde Much, Dietmar Tüschenbönner, Nicole Sander, Bürgermeisterin der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid, Theo Brauweiler und Georg Knecht.

Marc Färfers zeigte nicht nur seinen Stall, sondern auch die Weidehaltung. Fotos: Andrea Bahrenberg

„Verheizt für billige Milch – Das Leiden der deutschen Turbokühe“ – die Sendung mit diesem Titel, die am 20. Juli in der ARD ausgestrahlt wurde, hatte viele Milchviehhalter verärgert. Die Milchbauern der Kreisbauernschaft Bonn-Rhein-Sieg wollten sich den pauschalen Rundumschlag nicht gefallen lassen und veranstalteten eine Pressekonferenz am vergangenen Freitag auf dem Milchhof von Marc Färfers in Much. 25 weitere Milchviehhalter stärkten den Initiatoren, Marcel Andree, Georg Knecht und Dietmar Tüschenbönner, den Rücken.

„In der ARD-Sendung wurden nur negative Beispiele gezeigt. Es wäre ausgeglichen gewesen, wenn auch positive Betriebe gezeigt worden wären“, kritisierte Bernd Welsch, Sprecher des Arbeitskreises Milch in Bonn/Rhein-Sieg-Kreis, die einseitige Darstellung. „Wir haben hohe Milchleistungen. Es gibt auch immer mehr Kühe mit einer Lebensleistung von 100 000 l. Diese Leistung kann eine Kuh nur in einem langen Leben erbringen!“ Theo Brauweiler, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Bonn-Rhein-Sieg, wies auf die Fakten hin: Die 231 Milchviehbetriebe im Rhein-Sieg-Kreis halten durchschnittlich 60 Kühe, die je 7 700 l Milch im Jahr geben. „Nur gesunde Kühe können gute Leistungen bringen“, so Brauweiler.

„Eine einseitige Fokussierung auf die Milchleistung entspricht nicht den heutigen Zielen der Züchtung. Tiergesundheit und Lebensdauer stehen inzwischen längst im Vordergrund der Rinderzucht“, betonte Wilhelm Neu, Vorsitzender des Fachausschusses Milch des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) und RLV-Vizepräsident. Allein in NRW genießt inzwischen mehr als drei Viertel des Milchkuhbestandes die Vorteile moderner und großzügiger Laufställe.

„Bauern setzten auf hohe Milchmengen und nähmen dafür Krankheiten in Kauf? Solche Aussagen sind nicht haltbar. Wir haben gute Milchleistungen und einen niedrigen Krankheitsstand“, hoben auch Dietmar Tüschenbönner und Georg Knecht hervor. Die ARD-Sendung sei reißerisch und einseitig. Der 29-jährige Marc Färfers führte die Journalisten durch den Stall und auf die Weide. Seine 120 Kühe werden im Schnitt bis zu acht Jahren alt. „Da kann man wirklich nicht von verheizen sprechen! Unsere Kühe sind gesund und fit“, sagte er abschließend.


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