Früher Erntedank-Empfang

18.09.2015

Ungewohntes Datum – aber gewohnt festlich: der Erntedankempfang am 8. September im Dürener Kreishaus.

Die Übergabe der Erntekrone war der Höhepunkt. Karin Käufer aus Nörvenich-Wissersheim hat sie auch in diesem Jahr angefertigt und dekoriert. Auf dem Foto (v.l.n.r.): Wolfgang Spelthahn, Erich Gussen, die Kreisvorsitzende der LandFrauen Düren, Hedi Feucht, und die stellvertretende Bezirksvorsitzende der LandFrauen Jülich, Ria Dahmen.

Viel Lob gab es für die Landfrauen des Kreisverbandes Düren-Jülich für die stilvolle Dekoration des Sitzungssaals. Fotos: Kirsten Engel

Für Landrat Wolfgang Spelthahn war diese 15. Ausgabe ein angenehmer Termin, der trotzdem überschattet war, zum einen von der dramatischen Situation der Flüchtlinge, die eine Einberufung des Krisenstabes im Kreis nötig machte, und zum anderen durch die existenzbedrohende Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe. Dieses Thema beherrschte dann auch die Festansprachen – einen Tag nach der Demonstration in Brüssel.

„Die Landwirtschaft gehört zum Kreis Düren“, bekräftigte Spelthahn vor 50 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Handel und Berufsstand. „Wir haben ein gemeinsames Interesse daran, die eigenständige Lebensmittelproduktion in unserem ländlichen Flächenkreis zu sichern und die landwirtschaftliche Tradition hochzuhalten. Bewährte Strukturen dürfen nicht zerschlagen werden“, erklärte er. An die Verbraucher gerichtet appellierte der Verwaltungschef: „Die Wertigkeit und Qualität heimischer Lebensmittel müssen mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Der Preis ist nicht alles.“ Den gemeinsamen Erntedank sieht er als Dokumentation des engen Schulterschlusses von Kreisverwaltung und Landwirtschaft.

Erich Gussen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Düren und RLV-Vizepräsident stellte seine Erntedankrede unter das Motto „Wir machen euch satt!“. Ein Motto, das seiner Ansicht nach gut zum Erntedank passt: „Es mahnt uns zur Verantwortung und gibt der bäuerlichen Tätigkeit einen tieferen Sinn.“ Gerade in einer Zeit, in der die Stimmung auf den Höfen durch den massiven Preisdruck des Lebensmitteleinzelhandels, durch die Flut kostenaufwendiger Auflagen und durch eine teils unseriöse Hetze in den Medien bedrückt sei. Auch wenn die Getreideernte auf den rheinischen Standorten besser als gedacht ausgefallen sei, die niedrigen Preise enttäuschen. „Das Jahr 2015 hat jedenfalls wieder einmal gezeigt, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Und es hat uns gelehrt, dass der wirtschaftliche Erfolg unserer bäuerlichen Höfe immer mehr vom Weltmarkt abhängt“, so Gussen weiter. Die Bauern stehen vor riesigen gesellschaftlichen He-rausforderungen. Die Landwirtschaft müsse wieder in der Mitte der Gesellschaft verankert werden. Denn die Leistungen der Bäuerinnen und Bauern verdienen Anerkennung und Unterstützung.

Auf Dürener Platt sprach die Kreisvorsitzende der LandFrauen Düren Hedi Feucht ein Erntedank-Gedicht des Mundart-Dichters Hans Sürtenich. Sie schloss mit den Worten: „Wenn wir die Erde gut lenken, dann ist genug für uns alle da.“


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