Reich gedeckt: Nicht selbstverständlich

10.10.2019

Der diesjährige Erntedankempfang im Kreishaus der Stadt Düren stand ganz unter dem Motto: Wertschätzung für Regionalität und Bewusstsein für die Landwirtschaft. Zur Begrüßung betonte Landrat Wolfgang Spelthahn, dass heutzutage regionale Produkte wieder eine besondere Wertschätzung bekämen, was den Wandel der Gesellschaft widerspiegeln würde.

Zum Erntedankempfang im Kreishaus Düren kamen zusammen (v.l.n.r): Die Vorsitzende der Kreislandfrauen Hedi Feucht, die Rheinische Kartoffelkönigin Anna Müller, Landrat Wolfgang Spelthahn, der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Düren Erich Gussen und Angelika Eller vom Vorstand der Landfrauen Düren-Jülich.

Die gelungene Dekoration zeigte die Vielfalt der Landwirtschaft und stammte von den Landfrauen

„Die Menschen greifen wieder vermehrt zu regionalen Produkten und sind stolz da­rauf, die Quelle dieses Produktes auch kennenzulernen“, unterstrich Spelthahn. Beklagenswert wäre allerdings nach wie vor der enorme Preiskampf. Obwohl Deutschland zu den reichsten Ländern gehöre, würde immer noch sehr wenig für Lebensmittel gezahlt. Der Landrat deutete da­rauf hin, dass das Bewusstsein, dass gut produzierte Lebensmittel ihren Preis und Wert haben, noch immer nicht groß genug sei. Die Vorsitzende der Kreislandfrauen Hedwig Feucht stimmte ihrem Vorredner zu: „Ich glaube, unsere Produkte, die wir erarbeiten und erwirtschaften, sind wertvoll und wichtig, auch wenn es nicht immer so angenommen wird.“ Sie machte sich dafür stark, gemeinsam das Projekt Klimaschutz, Ressourcenbewahrung, Strukturwandel gut und genau anzugehen, denn nur so könne die Landwirtschaft erhalten und darin weitergelebt werden.

Erich Gussen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Düren, machte deutlich, dass die drängenden aktuellen Probleme mit dem diesjährigen Erntedank in den Mittelpunkt gerückt werden müssten und die Zukunftsperspektive nicht aus den Augen verloren werden dürfe. „Wir haben im Rheinland die besten Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige und verbrauchernahe Erzeugung von Nahrungsmitteln. Wir haben viele junge Betriebsleiter, die gut ausgebildet sind und viele Ideen haben, ihre Betriebe weiterzuentwickeln. Wir sind das Food Valley!“, betonte er. Abschließend stellte Erich Gussen fest, dass die Landwirtschaft trotz aller Schwierigkeiten dankend auf das Erntejahr 2019 zurückblicken und mit Mut nach vorne gehen solle. „Ich hoffe sehr, dass es gelingt, die Lebens- und Arbeitsbedingungen so weit abzusichern, dass die Freude an diesem wunderschönen Beruf erhalten bleibt und dass er auch für junge Menschen so attraktiv bleibt, dass sie sich diesem Ziel widmen“, erklärte der Landrat. Er fühle sich verpflichtet, ein konstruktiver Partner der Landwirtschaft zu bleiben, und hoffe sehr, dass man sich weiter bei vielen Begegnungen austauschen könne und man es schaffe, die verschiedenen Interessen konstruktiv zusammenzubekommen.