Rheinisches "Food Valley"

05.12.2019

Beim Agrarforum ging es um die Landwirtschaft im Kreis Düren heute und morgen

Freuen sich über den Erfolg des ersten Dürener Agrarforums (v.l.n.r.): Udo Zimmermann, Michael Müllenmeister, Prof. Dr. Ulrich Schurr und Erich Gussen.

Über 100 Teilnehmer nahmen die Möglichkeit wahr, mehr über die Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik zu erfahren. Fotos: Michael Niesen

Wie kann eine passende Strategie für unsere landwirtschaftlichen Betriebe in der Zukunft aussehen? Wie können sich Betriebe trotz stetiger Flächenkonkurrenz durch Industrie und kommunaler Entwicklung weiterentwickeln? Wie lassen sich Ökonomie und Ökologie sinnvoll vereinbaren? Um diese Fragen ging es beim Agrarforum Düren, zu dem die Kreisbauernschaft Düren gemeinsam mit der Sparkasse Ende November eingeladen hatte.

Mit dem Agrarforum möchte die Kreisbauernschaft ein neues Format ins Leben rufen, in dessen Rahmen aktuelle Themen und Herausforderungen rund um den Agrarsektor zwischen Wissenschaft und Praxis diskutiert werden können. Damit trifft sie den Nerv der Zeit: Mit rund 100 Gästen war die Veranstaltung schon im Vorfeld ausgebucht.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Düren, Udo Zimmermann, der auf die enge Verbundenheit und hohe Wertschätzung seines Hauses zur Landwirtschaft hinwies, fand auch der Vorsitzende der Kreisbauernschaft, Erich Gussen, in seinen anschließenden Ausführungen ebenso lobende Worte für die gute Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Sparkasse vor Ort. Wenngleich die Zeiten sowohl für den Berufsstand als auch für den Finanzsektor gleichermaßen nicht einfach seien, fände man doch im bewährten gegenseitigen Mitei­nan­der nahezu immer eine Lösung, die beiden Interessen gleichermaßen gerecht werde.

Eigene Zahlen kennen

Den Schwerpunkt der Veranstaltung bildeten zwei Vorträge, in denen zunächst Michael Müllenmeister, Betreuer des Agrarsektors der Sparkasse Düren, die aktuellen Herausforderungen der Agrarbetriebe aus Sicht des Finanzsektors beleuchtete. Er wies in seinen Ausführungen anschaulich da­rauf hin, dass es insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sehr wichtig sei, die eigenen betrieblichen Zahlen zu kennen. Allein dadurch sei es bereits möglich, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und diesen rechtzeitig und erfolgreich zu begegnen.

In dem anschließenden Hauptreferat des Abends stellte Prof. Dr. Ulrich Schurr, Institutsleiter Pflanzenwissenschaften im Forschungszentrum Jülich, den Anwesenden das sogenannte Bioökonomie Revier vor und reflektierte die hieraus resultierenden Chancen für die heimische Landwirtschaft. Den Teilnehmern wurde anschaulich verdeutlicht, dass sie in einem landwirtschaftlichen Gunststandort beheimatet sind, der für die Bewältigung zukünftiger gesellschaftlicher Herausforderungen eine besondere Rolle spielen wird.

Mitten im Spannungsfeld

Schurr sprach über die Zukunft von Betrieben im Spannungsfeld von Wachstum, Effizienz und Strukturwandel. Er betonte, dass es wichtig sei, sich zu vernetzen: „Für die Agrarbranche wird der offene Dialog mit Wissenschaft und Verbrauchern immer wichtiger.“ Er betonte, dass sich durch technischen Fortschritt ökologische und ökonomische Ziele besser mitei­nan­der vereinbaren lassen könnten als bisher und sich alleine so die gesamtgesellschaftlichen He-rausforderungen im Hinblick auf Bevölkerungswachstum und Nachhaltigkeit im Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen bewältigen lassen. „Bei allen Entwicklungen muss allerdings gewährleistet sein, dass Landwirte einen auskömmlichen Ertrag erwirtschaften, um das Familieneinkommen zu sichern.“

Als Fazit der Veranstaltung betonte Gussen schließlich nochmals die Chancen für die heimische Landwirtschaft, die man sich trotz aller aktuellen He-rausforderungen nicht kleinreden lassen solle. Dass man mit der Wissenschaft nunmehr einen starken Partner an seiner Seite wisse, bestärke ihn umso mehr, an die Zukunft der Landwirtschaft im Kreis Düren zu glauben. „Die Landwirtschaft ist nicht Ursache für die gesellschaftlichen Probleme. Vielmehr stellt sie einen der wichtigsten Schlüssel zur Lösung dar! Dazu muss jedoch auch die Politik entsprechende Rahmenbedingungen schaffen“, richtete der Vorsitzende in seinen Schlussworten nochmals einen eindringlichen Appell an die politischen Entscheidungsträger.


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