Erntedankempfang in Euskirchen

15.10.2015

Was ist Dank überhaupt? Wie und wem danken wir? Euskirchens wiedergewählter Bürgerlandrat Günter Rosenke brachte in seiner Rede zum 19. Erntedankempfang vergangene Woche Freitag im Euskirchener Kreishaus den ­Adressaten der Veranstaltung in Erinnerung: Unseren Herrgott.

Ernte­dankempfang im Euskirchener Kreishaus (v.l.n.r.): Günter Rosenke, Hans Schorn, die Bezirksvorsitzende der Landfrauen Euskirchen, Karin Gräf, und die Bezirksvorsitzende Schleiden/Kall, Doris Felser.

Der Landrat dankte den Landfrauen für den gelungenen Erntedankschmuck (Bezirksverband Euskirchen) und das üppige Buffet mit Suppe (Bezirksverband Schleiden/Kall): Sophie Rauw, Leni Hanf, Sophie Vick, Marie-Luise Frauenkron, Elli Liebertz-Berners, Günter Rosenke, Doris Felser, Michaela Jenniges, Karin Gräf, Bernhardine Schmitz und Gertrud Sieberath (v.l.n.r.). Fotos: Kirsten Engel

Er übernahm damit auch ein wenig den Part von Pastor Michael Eschweiler, der krankheitsbedingt verhindert war. „Bester Boden ist nur ein Teil einer guten Ernte“, stellte er richtig fest. „War der Erntedank früher auch ein Dank fürs Überleben, so ist er das heute nicht mehr.“ Trotzdem sei es nicht selbstverständlich, dass es uns so gut geht, gerade vor dem Hintergrund der Flüchtlingsströme.
Etwa 70 Gäste aus Landwirtschaft, Bundes-, Landes- und Kreispolitik sowie Verwaltung waren der Einladung von Hans Schorn, dem Vorsitzenden der Kreisbauernschaft Euskirchen in diesem Jahr gefolgt. Und der nutzte den Erntedankempfang traditionell auch für ein paar kritische Gedanken: Hinter den bäuerlichen Familien liegt kein einfaches Jahr. Und damit meinte Schorn nicht die Ernte, sie war vielfach besser als erwartet. Die Rahmenbedingungen für die erste Aufgabe der Landwirtschaft, die Ernährungssicherung, werden immer schwieriger. Kritik übte Schorn am Preisdruck des Lebensmittel­einzelhandels und der zunehmenden Flut von kostenaufwendigen Auflagen durch die Politik von Bund und Ländern. Auf den Kreis Euskirchen bezogen sieht der Kreisbauernvorsitzende die Zusammenarbeit der Landwirtschaft mit den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung aber auf einem soliden Fundament.