Erntedank - trotz alledem

04.10.2019

Kreisbauernschaften Kleve und Geldern feiern Erntedank in Uedem

Beim Erntedankempfang in Uedem (v.l.n.r.): Josef Peters, Vorsitzende der Kreisbauernschaft Kleve, Kreislandwirtin Bärbel Buschhaus aus Wachtendonk, Peter Weber, Bürgermeister der Gemeinde Uedem, Landrätin Hubertina Croonenbroek und Wilhelm Hellmanns, Vorsitzende der Kreisbauernschaft Geldern.

Josef Peters

Wilhelm Hellmanns Fotos: Christiane Närmann-Bockholt

Es ist bewährte Tradition, dass die Kreisbauernschaften Kleve und Geldern gemeinsam zu einem Erntedank-Frühstück einladen und sich dabei in der Gastgeberrolle abwechseln. Am Mittwoch letzter Woche kamen die Gäste in der Bürgerbegegnungsstätte in Uedem-Keppeln zusammen, wo der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Geldern, Wilhelm Hellmanns, zahlreiche Vertreter von Kreis und Kommunen, von landwirtschaftsnahen Einrichtungen aus dem vor- und nachgelagerten Bereich sowie zahlreiche Berufskollegen begrüßen konnte. In Vertretung für den Landrat des Kreises Kleve, Wolfgang Spreen, richtete sich die stellvertretende Landrätin, Hubertina Croonenbroek, mit einem Grußwort an die Gäste und zeigte die Bedeutung der Landwirtschaft für Kleve auf. „Ohne Landwirtschaft wäre unser Kreis nicht vorstellbar, wir sind auch dank der Landwirtschaft beliebte Urlaubs- und Zuzugsregion“, machte Croonenbroek deutlich. Lob für die Landwirtschaft gab es auch von Peter Weber. Der Bürgermeister der Gemeinde Uedem betonte die Bedeutung der Branche für die tägliche Ernährung.

Ausführlich ging Josef Peters, der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Kleve, in seiner Rede auf den Klimawandel und die Rolle der Landwirtschaft ein. Die Landwirtschaft in Deutschland sei für rund 7 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Dabei sei es keine Lösung, hier die Tierbestände abzubauen und die Produktion ins Ausland zu verlagern. „Wenn wir in Deutschland eine klimaeffiziente Kuh abschaffen und diese durch zwei nicht so leistungsfähige Kühe irgendwo auf diesem Planeten ersetzen, was soll das für das Klima bringen?“, fragte Peters mit dem Hinweis da­rauf, dass Klimaschutz weder an den Grenzen des Kreises Kleve noch an den bundesdeutschen Grenzen aufhöre.

Kritik übte er am Mercosur-Handelsabkommen mit Südamerika. Unfairer Wettbewerb beim Umwelt- und Klimaschutz sowie bei den Sozialstandards, der die bäuerlichen Familienbetriebe gefährde, sei das Gegenteil einer nachhaltigen Landwirtschaftspolitik. „Wir Bauern im Rheinland sind bereit, den längst begonnenen Veränderungsprozess im Sinne von Klima-, Umwelt- und Naturschutz voranzubringen“, richtete Peters den Appell an Politik und Gesellschaft, die Landwirtschaft beim Erarbeiten der Lösungswege einzubeziehen. „Wir Bauern sind auch Teil der Lösung und wir wollen kooperativ und auf Augenhöhe einbezogen werden“, so Peters. Aller Schwierigkeiten zum Trotz forderte er die Landwirte auf, mit Dank auf das Erntejahr 2019 zurückzublicken und mit Mut nach vorne zu gehen.