Landwirtschaft erleben - ein Angebot für Schulen

13.09.2018

Klever Landwirte haben das Kooperationsprojekt „Agrarpower für mehr Schulpower“ zur Unterstützung von Schulen in ihrer Bildungsarbeit entwickelt

Brachten das Projekt mit viel Engagement auf den Weg (v.l.n.r.): Josef Peters, Vorsitzender Kreisbauernschaft Kleve, Annette Hans, AK Öffentlichkeitsarbeit, Dr. Anke Schirocki, Geschäftsführerin Agrobusiness Niederrhein, Hubert Lemken, Volksbank an der Niers, Thomas Brömling, Volksbank Kleverland, David Steffen, Ute Heiting, AK Öffentlichkeitsarbeit, Moderatorin Andrea Franken, Kreislandwirtin Bärbel Buschhaus, Norbert Wilder, Wirtschaftsförderung Kreis Kleve, und Dr. Franz-Josef Stork, Landwirtschaftskammer NRW.

Interessierte Schulleiter und Lehrer empfanden den Austausch als hilfreich und holten gezielt Informationen ein. Fotos: Tina Ziemes

Im Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit der Kreisbauernschaft Kleve rauchen schon länger die Köpfe. „Wie schaffen wir es, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie Landwirtschaft heute aussieht?“, stellten sich Haupt- und Ehrenamtliche hier die Frage. „Uns war schnell klar, dass es notwendig ist, an Schulen he­ranzutreten“, erläuterte der Geschäftsführer der Kreisbauernschaft David Steffen am 4. September auf der Infoveranstaltung speziell für Schulen auf Haus Riswick. „Dabei sehen wir die Lehrer als Multiplikatoren“, erläuterte Steffen weiter.

Bereits im Vorfeld entwickelten die Kreisbauernschaft Kleve, die Landwirtschaftskammer NRW, die Wirtschaftsförderung des Kreises Kleve und Agrobusiness Niederrhein ein Kooperationsprojekt für Schulen. Das Projekt soll den Schülern die regionale landwirtschaftliche Arbeit und Produktion der hiesigen Lebensmittel näherbringen. Außerdem sollen vielfältige Möglichkeiten aufgezeigt werden, Werte und Herkunft der Lebensmittel von der Erzeugung und Verarbeitung bis hin zur Vermarktung eng in schulische Pädagogik und Bildung junger Menschen einzubeziehen. Das Angebot richtet sich an die Klassen 5 bis 10, die Oberstufe und auch Förderschulen.

Um dieses Angebot „an den Mann“ zu bringen, erhielten alle Klever Schulen eine Einladung zu einem Informationsabend. Unter dem Motto „Agrarpower für mehr Schulpower“ stellte Moderatorin Andrea Franken den rund 40 erschienenen Schulleitern und Lehrern das breite Angebot vor. So bieten Projektteilnehmer wie beispielsweise die „Gemüse Ackerdemie“ an, einen Acker auf dem Schulgelände anzulegen und dort gemeinsam mit Schülern zu pflanzen, zu pflegen und zu ernten. Hintergrund für dieses Projekt sei, „dass sich die Kinder immer weiter von der Natur entfremden“, so Projektleiterin Annette Bartmer. „Mit unserer Unterstützung können Kinder über den Zeitraum von einem Jahr erleben, was wann wächst und wie viel Arbeit in der Produktion und Pflege von Lebensmitteln steckt“, warb die junge Frau. Auch weitere Projektanbieter, wie die Ernährungsberaterin Maria Scherf, die Landesvereinigung der Milchwirtschaft, die Hochschule Rhein-Waal, der Fachverband Biogas sowie die Agrarscouts des Forums Moderne Landwirtschaft, versprechen sich durch ihre Tätigkeit an den Schulen mehr Verständnis für die Natur, die Umwelt und Ernährung.

Hofbesuch als Unterricht

Auf der diesjährigen Winterversammlung ließ der Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit bereits Listen durch die Reihen gehen, auf denen sich diejenigen Landwirte eintragen konnten, die bereit sind, ihre Hoftore für Schulklassen zu öffnen. Stolze 60 Betriebe aller Produktionszweige sagten allein im nördlichen Kreis Kleve zu. Antrieb für Alexander Bossmann, Ackerbauer aus Emmerich, ist dabei die „Entfremdung der Stadtmenschen vom Landleben“. „In den Medien wird vieles falsch dargestellt, was wir geraderücken müssen“, so Bossmann. Auch Heinz Theo Jentjens aus Uedem berichtete, dass „der Kontakt zu Hofbesuchern immer wieder interessant sei“, und möchte gerne Schulklassen empfangen.

Die Veranstalter des Abends freuten sich über positives Feedback, zumal viel Herzblut und Engagement in dem Projekt stecken. Eleonore Leuchtgen, Schulleiterin der Petrus-Canisius-Grundschule in Weeze, kannte bereits einige Projekte wie den Ernährungsführerschein. „Ich fand den Abend toll und freue mich über die Vernetzung der Angebote“, resümierte sie. Auch Elisabeth van Haaren, Lehrerin am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Kleve, war sehr interessiert. „Unsere Schule besucht regelmäßig mit Fünftklässlern Haus Riswick“, berichtete van Haaren. „Nach dem heutigen Abend möchte ich das Angebot an unserer Schule aber gerne ausweiten.“ Moderatorin Franken verglich abschließend das Projekt mit „einem Pflänzchen“, das auf einem guten Fundament stünde und nun wachsen und gedeihen müsse.