Kamp um Rastplatz Ville

01.12.2016

Der Kampf um die geplante Erweiterung des Rastplatzes Ville (die LZ berichtete) geht in die nächste Runde. Nach den Planungen des Landesbetriebes Straßenbau soll die Tank- und Rastanlage Ville auf die dreifache Größe erweitert werden.

Noch bis zum 2. Dezember besteht Gelegenheit, sich zu dem Vor­haben zu äußern. Foto: Kreisbauernschaft Köln/Rhein-Erft-Kreis

Hauptbetroffene sind die vom Tagebau verdrängten Anwohner der Ortslage Weiler Brüggen, bei denen es sich nahezu sämtlich um Veredelungsbetriebe handelt.

Bei Umsetzung der Planungen würde die Rastanlage bis auf 5 m an die Außenwand des nächstgelegenen Hofes heranrücken. Erweiterungen der intensiven Viehbetriebe wären danach aufgrund der emissionsschutzrechtlichen Vorgaben so gut wie unmöglich. Nachdem die Betriebe wegen des Braunkohletagebaus schon einmal umgesiedelt wurden, bemüht sich Ortsvorsitzender Thomas Bremer seit Jahren um Alternativen, die den Veredelungsbetrieben auch zukünftige Erweiterungen ermöglichen. So besteht die Besorgnis, dass für neue Stallbauvorhaben aufgrund der einzuhaltenden Abstandsflächen und emissionsschutzrechtlichen Vorgaben keine Genehmigungen mehr erteilt werden und die Betriebe mittelfristig ihre Tore schließen müssen. Nachdem sich das Verfahren in der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung befindet, kamen auf Veranlassung von Willi Zylajew, dem langjährigen Bundestagsabgeordneten des Rhein-Erft-Kreises, der sich des Anliegens der vom Tagebau Vertriebenen bereits seit vielen Jahren angenommen hatte, Oliver Wittke (MdB), der Mitglied des Verkehrsausschusses des Bundestages ist, Dr. Georg Kippels (MdB), Gregor Golland (MdL), die Bürgermeister der betroffenen Städte Hürth und Elsdorf sowie zahlreiche weitere Politiker in den Weiler, um gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Familien Auswege zu suchen. Nachdem die Anlieger des Weilers ebenso wie die sie vertretende Kreisbauernschaft Einwendungen bereits geltend gemacht haben, besteht noch bis zum 2. Dezember Gelegenheit, sich zu dem Vorhaben zu äußern.

Wolfgang Patzlaff, Geschäftsführer der Kreisbauernschaft Köln/Rhein-Erft-Kreis, empfahl jedem, der sich durch den Neubau in seinen Rechten betroffen sieht, zur Vermeidung von Nachteilen die Gelegenheit zur frühzeitigen Beteiligung zu nutzen.