Landwirte kämpfen für ihre Zukunft

09.09.2015

Ausbau der Rastanlage Ville-West bei Köln-Hürth beeinträchtigt landwirtschaftliche Betriebe

Was bedeutet die Erweiterung des Rasthofes für die Höfe in der Umgebung? Darüber diskutierten Oliver Wittke (MdB) (l.), Thomas Bremer (OBV) (2.v.r.) und Willy Zylajew (r.).

Der Ausbau des Rasthofes wird kritisch gesehen und sorgt für Diskussionen. Fotos: Wolfgang Patzlaff

Jeder, der in den Abendstunden über die Autobahn fährt, kennt das Bild: Rastplätze, deren Kapazität an Stellflächen für LKWs so restlos ausgeschöpft ist, dass die Fahrer gezwungen sind, ihre 40-Tonner in den Zufahrtsbereichen abzustellen. Solche Rasthöfe müssen ausgebaut werden. So sehen auch die Planungen für den Rasthof Ville-West bei Köln-Hürth aus, in dessen Umgebung zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe liegen. Willy Zylajew, der über viele Jahre hinweg die Region erfolgreich im Bundestag vertrat, nimmt sich seit vielen Jahren des Anliegens an und lud Ende August Vertreter aus Politik und Verwaltung zu einem Arbeitsgespräch in der Ortslage ein. Hier legte er Oliver Wittke, Mitglied des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag, die Situation vor Ort dar.

Der Landesbetrieb Straßenbau NRW ist seit vielen Jahren bestrebt, die Rastanlagen auszubauen und zusätzliche Stellplätze zu schaffen. Bei den Planungen hierfür sollte der Blick auch über die Autobahn hinausgehen und die Folgen einer Erweiterung für die Anlieger bedacht werden. Eine besondere Situation ergibt sich für die Landwirte, deren Betriebe in unmittelbarer Nachbarschaft zur Rastanlage Ville-West bei Köln-Hürth errichtet wurden. Allesamt Vertriebene des Bergbaus wurde in dieser Weiler Lage vor vielen Jahren ein Standort geschaffen, in dem die hoch spezialisierten Veredelungsbetriebe sich entwickelten.

Drohende Gefahr

Als vor mittlerweile fünf Jahren erste Pläne laut wurden, dass die Rastanlage erweitert würde, erkannte der Vorsitzende der Ortsbauernschaft, Thomas Bremer, schnell die drohende Gefahr für die Zukunft der Betriebe und bemühte sich gemeinsam mit der Kreisbauernschaft Köln/Rhein-Erft-Kreis, eine Planänderung zu erreichen. 120 LKW-Stellplätze sollten zusätzlich errichtet werden. Hierdurch wäre nicht nur dem direkt angrenzenden landwirtschaftlichen Betrieb jede Möglichkeit der Betriebserweiterung genommen worden, sondern auf Grund der einzuhaltenden Mindestabstände bei Neubauten auch die Entwicklung der anderen Betriebe verhindert worden. Nachdem der Landesbetrieb zunächst einsichtig schien und die Erweiterung anderer Standorte offensichtlich vorrangig betrieben wurde, wird die Erweiterung des Rastplatzes Ville nunmehr erneut angestrebt. Bereits nach einer ersten Einschätzung und Einsichtnahme in die vorliegenden Plan­unterlagen beim Vor-Ort-Termin erkannte Oliver Wittke, der die Region bestens kennt, die Notlage und sagte zu, sich für eine verstärkte Prüfung von Alternativen einzusetzen. Vorschläge hatte die örtliche Landwirtschaft bereits in der Vergangenheit zur Genüge unterbreitet. So könnte sowohl die nahe gelegene Rastanlage Ville-Ost ausgebaut werden als auch ein in Frechen befindlicher Autohof erweitert werden.

Auf die Landtagsabgeordnete Rita Klöpper wirkte vor allen Dingen die Nähe bedrückend. „Wenn man sich dann noch vorstellt, dass weitere Stellplätze errichtet werden, liegen die nächsten Stellplätze ja nur 20 bis 30 m von der Hofstelle entfernt – das darf einfach nicht sein“, stellte sie mit Nachdruck fest. Auch der zuständige Dezernent des Rhein-Erft-Kreises, Berthold Rothe, verwies darauf, dass der Rhein-Erft-Kreis die Erweiterung dieser speziellen Rastanlage nicht befürwortet und Verständnis für die tagebauverdrängten Betriebe habe.

Höfe entwickeln können

Nach Einschätzung von Landwirt Bremer sind wirtschaftliche Gründe für das Festhalten an dem Ausbau der Raststätte verantwortlich: „Diese dürfen aber keine Rechtfertigung dafür sein, dass unsere Betriebe, bei denen die Kinder schon in den Startlöchern stehen, sich nicht weiterentwickeln können.“ Und schließlich, so meinten weitere der anwesenden Landwirte, befinde sich der vorgesehene Standort ausgerechnet in der Hauptwindrichtung der zahlreichen Stallungen, sodass es zu kritischen Diskussionen kommen könnte. Mit dem guten Gefühl, einen weiteren überzeugten Mitstreiter für ihr Anliegen gewonnen zu haben und einem kleinen Hoffnungsschimmer für die Zukunft, endete das Gespräch.

Wolfgang Patzlaff


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