Bürger Aktivieren und motivieren

04.10.2019

Startschuss für kooperatives Naturschutzprojekt „Bunte Felder 2020 – Niederkrüchten blüht auf“ ist gefallen

Setzen auf ihre Spendenaktion für Wildbienen und Co. (v.l.n.r.): Projektleiter Jens Lübben, Bürgermeister Kalle Wassong und Paul-Christian Küskens, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Krefeld-Viersen. Foto: Tina Ziemes

Die Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Biodiversität und Insektenschutz sind derzeit in aller Munde. So auch in der Gemeinde Niederkrüchten am Niederrhein. Bürgermeister Kalle Wassong hat die Zeichen der Zeit erkannt und möchte „zusammen mit engagierten Partnern schnell und einfach selbst etwas für die Artenvielfalt vor der eigenen Haustür tun“.

Pilotprojekt

Die Gemeinde Niederkrüchten steht schon lange in einem guten Kontakt zur Landwirtschaft. Über die Kreisbauernschaft wurde die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft mit ins Boot genommen. Gemeinsam wurden Ziele, Vorgehensweise und Machbarkeit formuliert. Heraus kam das Programm „Bunte Felder 2020 – Niederkrüchten blüht auf“, für das nun der Startschuss fiel. Unweit des Betriebes des Kreisbauernschafts-Vorsitzenden Paul-Christian Küskens war in der vergangenen Woche bereits eine Musterfläche zu besichtigen. Nach diesem Beispiel werden in den kommenden Tagen mehrjährige Blühstreifen angelegt, die ab 2020 nicht nur das menschliche Auge erfreuen, sondern auch zahlreichen Insekten, Kleintieren und Vögeln für mindestens drei Jahre einen dauerhaften Lebensraum bieten werden. „Für die Einsaat wurde eine Mischung aus hochwertigem regionalem Wildpflanzen-Saatgut ausgewählt, die besonders gut an die Umweltbedingungen vor Ort angepasst ist“, erklärte Jens Lübben, Projektleiter der Stiftung.

Bürger konsequent einbeziehen

Der Idee, die Bürger in das Projekt einzubeziehen, wurde konsequent nachgegangen. Die Kreisbauernschaft schlug vor, mit ihren Mitgliedern Blühstreifen auf Ackerflächen anzulegen und dies mit Patenschaften zu finanzieren. Jede Bürgerin und jeder Bürger, Vereine, Unternehmen und sonstige Institutionen können dieses Blütenmeer in den kommenden Jahren ganz einfach selbst vergrößern. Möglich macht dies die Übernahme einer einjährigen sogenannten Blüh-Patenschaft in Form einer zweckgebundenen Spende für die Anlage eines Blühstreifens.

„Für die Anlage eines 1 m²  großen Blühstreifens werden 35 Cent pro Jahr benötigt“, erläuterte Lübben. „Mit einer Spende von 17,50 € fördert der Bürger eine Fläche von 50 m² für Hummeln und Co., mit einer Spende von 90 € kann bereits eine Fläche in Tennisplatzgröße eingesät werden.“ Die Spender erhalten auf Wunsch neben einer Spendenbescheinigung ein individuelles Zertifikat.

Bürgermeister Wassong ist bereits im Besitz eines Zertifikats und betont, dass das Angebot nicht nur für die Niederkrüchtener gelte, sondern gerne auch für Bürger jenseits der Gemeindegrenzen. Küskens ist froh, mit der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft einen kompetenten Partner an der Seite zu haben. „Die Stiftung verfügt über langjährige Erfahrungen bei der Umsetzung von kooperativen Naturschutzprojekten mit Landwirten“, stellt er den Vorteil he­raus.

Die Aufgaben der drei Partner sind klar umrissen: Die Gemeinde informiert die Bürgerschaft und beteiligt sich an Werbemitteln, die Stiftung koordiniert zusammen mit den Landwirten und der Kreisbauernschaft die Anlage der mehrjährigen Blühstreifen, entwickelt Informationstafeln und -flyer und betreut die Spenden. Nicht zu vergessen ist der „vierte Partner“, nämlich die Bürgerinnen und Bürger, ohne deren Unterstützung das Projekt nicht umsetzbar wäre. Weitere Informationen zum Projekt und das Online-Spendenformular sind auf der Internetseite der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft zu finden. Die Höhe der Spende ist frei wählbar.

www.rheinische-kulturlandschaft.de/bunte-felder-niederkruechten