Dahlmann fordert Umdenkprozess

08.10.2020

Einen etwas anderen Erntedanktermin gab es in der Kreisbauernschaft Mettmann in der vergangenen Woche auf dem Betrieb von Carsten Bröcker in Wuppertal-Vohwinkel. Flächenfraß, Klimawandel und jetzt auch noch Corona: Statt des üblichen Erntedankempfangs thematisierten die Landwirte die drängenden Probleme, vor denen sie und ihre Familien stehen.

Stellten die Leistungen der Landwirte in den Vordergrund (v.l.n.r.): Carsten Bröcker, Tim Neues und Martin Dahlmann. Foto: Marcel Terhardt

„Wir brauchen einen gesellschaftlichen und politischen Umdenkprozess“, so Martin Dahlmann, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann. „Es ist zwei Minuten vor zwölf! Viele Betriebe stehen mittlerweile wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand. Die Gesellschaft und die Politik müssen sich fragen, ob sie eine Landwirtschaft in unserem urban geprägten Raum wollen oder eben nicht“, betonte Dahlmann. Durch den fortschreitenden Verbrauch landwirtschaftlicher Nutzflächen gingen die Existenzgrundlagen für die Betriebe verloren. „Die Dürren der vergangenen drei Jahre machen zudem den Klimawandel deutlich“, erklärte er. Als ob Flächenfraß und Klimawandel noch nicht genug seien, komme nunmehr unter anderem auch noch Corona hinzu. „Wir brauchen ein ganzheitliches Konzept“, forderte Dahlmann. „Ansonsten werden immer mehr Lebensmittel aus dem Ausland importiert, gleichzeitig viele landwirtschaftliche Betriebe in den Ruin getrieben und Frischluftkorridore zerstört, die für das städtische Klima von existenzieller Bedeutung sind.“