Ein offenes Ohr

16.07.2015

Düsseldorfer Oberbürgermeister besuchte landwirtschaftliche Betriebe --- Was lange währt, wird endlich gut. Lange hatten die Vertreter der Landwirtschaft auf den Besuch ihres Oberbürgermeisters Thomas Geisel warten müssen. Am Mittwoch vergangener Woche war es endlich soweit.

Beim Besuch des Betriebes Hoffmann (v.l.n.r.): Ursula Jandel, Geschäftsführerin der Kammerkreisstelle in Lindlar, Peter und Guido Hoffmann, Martin Dahlmann, Thomas Geisel, Bernd Kneer und Marcel Terhardt, Geschäftsführer der Kreisbauernschaft Mettmann.

Düsseldorfs Oberbürgermeister informierte sich auf dem Betrieb von Holtum (v.l.n.r.): Sebastian und Joachim von Holtum, Kreislandwirt Bernd Kneer, Marie-Theres von Holtum, Oberbürgermeister Thomas Geisel und Martin Dahlmann, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann.

 Der Düsseldorfer Oberbürgermeister besuchte auf Einladung der Kreisstelle Mettmann der Landwirtschaftskammer NRW und der Kreisbauernschaft Mettmann zwei landwirtschaftliche Betriebe im Düsseldorfer Norden. Und Geisel war beeindruckt von der Vielfalt der Landwirtschaft in der Großstadtregion und zeigte ein offenes Ohr für die Pro­bleme der Landwirte.

Probleme und Chancen

Wo der Landwirtschaft der Schuh drückt, dies wurde im Rahmen der Betriebsbesuche mehr als deutlich. „Die Nähe zur Großstadt bereitet uns Probleme, aber sie bietet der Landwirtschaft auch Chancen“, stellten Kreislandwirt Bernd Kneer und Martin Dahlmann, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, gleich zu Beginn des Treffens mit dem Oberbürgermeister fest. Auf dem Programm der Betriebsbesichtigung standen dabei zwei typische Betriebe für den Düsseldorfer Norden. Rund 130 landwirtschaftliche Betriebe gibt es dort,  allein über 70  davon sind Gartenbaubetriebe.

Joachim von Holtum bewirtschaftet in Düsseldorf-Wittlaer einen Ackerbaubetrieb mit Getreide und Zuckerrübenanbau und hält 40 Pensionspferde. „Für uns ist dies eine interessante Einkommensalternative und über mangelnde Nachfrage können wir uns hier im Großstadtbereich nicht beschweren“, erläuterte von Holtum. Sein Sohn Sebastian betreibt einen Betrieb mit Grünlandwirtschaft und Blumenfeldern zum Selbstschneiden. „Die Blumenfelder kommen sehr gut bei der Düsseldorfer Bevölkerung an“, betonte der junge Landwirt. Er und sein Vater nutzen darüber hinaus die gute Maschinenausstattung des Betriebes, um Lohnarbeiten bei anderen Landwirten durchzuführen. Die von Holtums möchten zukünftig gerne in allen Bereichen expandieren. Auch Tochter Marie-Theres will mit in den Betrieb einsteigen  und die Pferdehaltung übernehmen.

Kummer bereitet den von Holtums – wie vielen anderen Landwirten auch – der zunehmende Flächenverbrauch, insbesondere in Großstadtnähe. „Fläche ist knapp. Die Fläche, die Landwirte nutzen können, wird immer kleiner“, stellte Joachim von Holtum fest. Die Landwirtschaft konkurriere dabei mit anderen Bereichen um die Fläche. „Umso wichtiger ist es, dass nicht noch mehr Fläche versiegelt wird“, betonte Dahlmann. Wichtig sei auch, dass bei den Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen der Landwirtschaft nicht zusätzliche Flächen verloren gingen. „Hier müssen landwirtschaftsverträgliche Lösungen her und die Nachbarkommunen zeigen, dass es möglich ist“, erläuterte Dahlmann gegenüber dem Oberbürgermeister.

Zweite Anlaufstelle auf der Besichtigungsfahrt mit dem Oberbürgermeister war der Pferdebetrieb Hoffmann in Düsseldorf-Kalkum. Die ursprüngliche Hofstelle der Familie Hoffmann lag im Inneren des Dorfes und wurde in den 1980-er Jahren an den jetzigen Standort am Ortsrand von Kalkum verlegt. Betriebsleiter Guido Hoffmann, der den Betrieb 2005 von seinem Vater Peter übernommen hat, baute ihn auf 80 Pferdeplätze aus und bewirtschaftet 28 ha für die Futterproduktion der Pferde.

Pensionspferdehaltung gefragt

Ebenso wie von Holtum schwört auch er auf die Pensionspferdehaltung. „Das Interesse an Plätzen für Pensionspferden ist groß“, versicherte  Hoffmann, der mit einem großen Angebot an verschiedenen Haltungsformen sowie einer Bewegungshalle, einem Reitplatz, einer  Führ- sowie Longieranlage aufwartet. Was den jungen Betriebsleiter ärgert, ist das Thema „Bauen im Außenbereich“. „Hier treffen wir immer wieder auf Schwierigkeiten“, erläuterte er. Ob bei der Genehmigung von Mistplätzen oder der Nutzungsänderung von Gebäuden, hier müsse das Bauamt besser auf die Bedürfnisse der Landwirte eingehen, forderten der Betriebsleiter sowie die anwesenden Landwirte.

Und die Landwirtschaft wartete noch mit einem weiteren Anliegen gegenüber dem Oberbürgermeister auf. Insbesondere freilaufende Hunde bereiteten immer wieder große Pro­bleme. Die Landwirte regten an, bei der Verschickung der Hundesteuerbescheide die Bevölkerung mit einem Flyer über die möglichen Gefahren, die von Hunden und von Hundekot ausgehen, zu informieren. Dieser Bitte will der Verwaltungschef nachgehen. Kein Hehl machte der Oberbürgermeister daraus, dass die Landwirtschaft in seinen Augen eine enorm hohe Bedeutung für den Großstadtraum habe. Sie leiste nicht nur einen Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft, sondern biete auch Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten für die Stadtbevölkerung. „Wir wollen die Landwirtschaft in Düsseldorf – auch in Zukunft“ , bekräftigte Geisel. Die Landwirte jedenfalls hoffen, dass ihre Probleme beim Oberbürgermeister und der Stadtverwaltung wirklich Beachtung finden. Und vor allen Dingen wollen sie, dass man auch zukünftig miteinander redet und sich Landwirtschaft und Stadtverwaltung regelmäßig austauschen.


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