Landwirte kritisieren Flächenverbrauch

27.06.2019

Wuppertaler Sommerempfang der Ortsbauernschaften Wuppertal-Ost und -West fand in Ronsdorf statt Landwirtschaft, Verwaltung und Politik kommen beim traditionellen Sommerempfang der Ortsbauernschaften Wuppertal-Ost und -West ins Gespräch.

Foto: Marcel Terhardt

Martin Dahlmann, Vorsitzender der Ortsbauernschaft Wuppertal-Ost, begrüßte die rund 80 Besucher am Montag vergangener Woche auf dem Betrieb Familie Alexander Mechow in Ronsdorf.

Dahlmann kritisierte den zunehmenden Verbrauch landwirtschaftlicher Nutzflächen nicht nur in Nordrhein-Westfalen sondern auch in Wuppertal. „Durch den Wohnungs- und Gewerbebau sowie Infrastrukturmaßnahmen und insbesondere auch durch die damit in Zusammenhang stehenden Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden zu viele landwirtschaftliche Nutzflächen unwiederbringlich vernichtet“, betonte er.

Neben dem landesweiten Projekt des Baus einer forensischen Klinik auf wertvollen landwirtschaftlichen Nutzflächen der „Kleinen Höhe“ kritisierte Dahlmann insbesondere die Pläne der Stadt Wuppertal und insbesondere von Oberbürgermeister Andreas Mucke, die Bundesgartenschau im Stadtgebiet von Wuppertal durchzuführen, wodurch ebenfalls landwirtschaftliche Nutzflächen in erheblichem Umfang verloren gingen. „Sie haben uns Landwirte bei den Planungen nicht mitgenommen“ kritisierte Dahlmann den Oberbürgermeister. Als Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NRW und als Vorsitzende der Kreisbauernschaft Mettmann mahnte er nochmal zur Nachhaltigkeit im Umgang mit der Landwirtschaft.

Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) hob besonderes den offenen Umgang zwischen Landwirtschaft und Politik lobend hervor. Eine regionale und lokal verankerte Landwirtschaft sei wichtig. Nur so hätten die Menschen die Möglichkeit, Landwirtschaft zu erleben, regionale Produkte zu erwerben und zu wissen, wo diese her kämen. Auch würden durch die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen die Möglichkeiten der Ansiedlung von Tier- und Pflanzenarten ermöglicht.

Zwar zeigte der Oberbürgermeister Verständnis für die Probleme der Landwirtschaft. Gerade frei werdende Bebauungslücken sollten sinnvoll genutzt werden. „Eine Bundesgartenschau in Wuppertal ist für die Außenwirkung der Stadt ein enormer Gewinn“, so Mucke. Der Oberbürgermeister bemühte sich, die Wogen zwischen Politik und Landwirtschaft zu glätten und sagte einen weiteren Dialog mit der Landwirtschaft insbesondere zum Flächenverbrauch zu.