Schlechte Milchpreise machen Sorgen

19.08.2015

Kreisbauernschaft Mettmann veranstaltete Pressegespräch auf dem Betrieb der Familie Meinsma in Solingen-Gräfrath

Pressegespräch auf dem Futtertisch: Wie geht es mit dem Milchpreis weiter?

Martin Dahlmann (r.), Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann, und seine Berufskollegen beantworteten gerne die Fragen der Presse. - Fotos: Marilena Kipp

Milchviehhalter in Deutschland haben momentan einiges auszuhalten. Die schlechten Milchpreise, verschärfte Auflagen der Politik und die zum Teil negative Darstellung der Landwirte in der Öffentlichkeit erschweren die tägliche Arbeit und lassen Zukunftsängste aufkommen. Um über die aktuelle Situation und die Sorgen der Landwirte zu informieren, lud die Kreisbauernschaft Mettmann die Presse am Montag dieser Woche auf den Milchviehbetrieb der Familie Meinsma in Solingen-Gräfrath ein.

„Die Stimmung der Landwirte war schon mal besser“, erklärte Martin Dahlmann, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann. „Im Moment gibt es einfach viele Dinge, die uns Sorgen machen.“ Seit Wochen kämpften die Landwirte mit sinkenden Preisen, nicht nur in der Milchviehhaltung. Das Russland-Embargo und schwächelnde Exportmärkte drückten den Preis: „Wir fordern von der Politik, dass sie endlich die steuerliche Risikoausgleichsrücklage einführt.“ Da die Landwirte immer mehr Risiken ausgesetzt seien, die sie einfach nicht beeinflussen könnten, sei es umso wichtiger, besser mit stark schwankenden Preisen und ökonomischen Risiken umgehen zu können, so Dahlmann.

Fehlende Wertschätzung

Thema der Diskussion war auch die Darstellung der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit und die oft fehlende Wertschätzung deutscher Agrarprodukte. „Wir haben als Landwirte höchste Umweltstandards zu erfüllen und geben täglich unser Bestes“, stellte Landwirt Tim Neues aus Wuppertal-Vohwinkel fest. „Es kann nicht sein, dass unsere Produkte so wenig wert sind.“ Auch

der Kreisvorsitzende Dahlmann, selbst

Milcherzeuger, sieht den Lebensmitteleinzelhandel als Verantwortlichen: „Der Handel darf seine Marktmacht nicht ausnutzen und zusätzlichen Druck auf die Preise ausüben.“ Er empfiehlt, dass Verbraucher mehr auf regionale Produkte setzen, um einer Zerstörung der regionalen Strukturen entgegenzuwirken.

Die zum Teil negative Berichterstattung der Medien, insbesondere über die Tierhaltung, trifft die Landwirte ebenfalls sehr. Sie fühlen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Dahlmann stellte klar: „Tiergesundheit und Lebensdauer unserer Tiere stehen längst im Vordergrund.“ Dies bekräftigte auch Landwirt Knut Meinsma, der die Zuhörer auch sofort einlud, einen Blick in seinen Kuhstall zu werfen: „Meine Tiere können raus, wann sie möchten, sie bekommen tolles Futter, es geht ihnen gut!“

Ein zweites Standbein

Die unsichere wirtschaftliche Situation war auch für Knut Meinsma der Grund, über andere Absatzwege nachzudenken. Die Familie betreibt seit mehreren Jahrzehnten einen Hofladen. Mit der neu installierten Milchtankstelle kommt hoffentlich ein neues Standbein dazu. Die Kunden können hier von 6.00 bis 22.00 Uhr frische Rohmilch abfüllen. Ein Automat liefert außerdem andere Produkte, wie zum Beispiel Honig, Eier und Teigwaren. Knut Meinsma und seine Familie hoffen, so vor allem junge Familien zu erreichen und regionale Produkte wieder attraktiver zu machen. Auch Dahlmann appellierte an die Verbraucher, Bauernhöfe zu besuchen und die Landwirte zu fragen, wenn sie sich bei etwas unsicher sind: „Wir geben gerne Antworten auf alles und freuen uns, wenn sich jemand für die Produktion unserer heimischen Lebensmittel interessiert.“


Best Hentai games 5.1 Surround music Foot Fetish