Erntedank mal anders – Strohpuppen-Aktion

29.09.2020

Am kommenden Sonntag ist Erntedank. Die traditionellen Erntedankfeste, Gottesdienste oder Hoffeste sind in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise nicht möglich. Daher sind die rheinischen Bauern kreativ geworden.

Fotos: Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach

„Mit großen Strohpuppen und Plakaten an Straßen-rändern grüßen wir Landwirte die Verbraucher und wollen bewusst machen, dass die Ernte eingefahren ist und wir gerne unseren Teil zur regionalen Nahrungsmittelerzeugung beitra-gen“ so Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach.

Die lückenlose Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln während der Corona-Pandemie hat gezeigt und zeigt noch immer, dass die Landwirtschaft zu Recht als systemre-levant gilt. Auch wenn die Ernte in diesem Jahr sehr heterogen ausgefallen ist, weil die Pflanzen unter der Dürre stark gelitten haben, ist es gelungen dank der guten Böden und der ausgereiften Produktionsstruktur das langjährige Ernteniveau fast zu erreichen.

„Wir finden: regional schmeckt besser!“, „Wir ackern für Dich!“, „Wir schützen Dein Essen!“ und „Wir machen Artenschutz – Du auch?“ heißt es auf den Plakaten, die an den Puppen befestigt sind. „Mit diesen Botschaften wollen wir zeigen, was alles hinter einem re-gional erzeugten Produkt steckt, wieviel Umweltleistungen, Qualität, Frische und geprüfte Sicherheit der Bürger sich quasi ‚mit einkauft‘. Bei regional erzeugten Lebensmitteln gibt es einen hohen Mehrwert“, so Wolfgang Wappenschmidt.

Die Botschaften sind aber auch eine Aufforderung an Politik und Gesellschaft zum Dialog. So sind den Landwirten unter anderem folgende Punkte wichtig:

- Ernährungssicherung vorne anstellen:
Die Corona-Krise hat gezeigt: Die deutschen Bürgerinnen und Bürger konnten sich auf die heimischen Landwirte und gut gefüllte Regale verlassen – und das sollten sie auch weiterhin tun können! Die Erfahrungen aus der Krise lehrt uns, wie wichtig eine eigenständige, wettbewerbsfähige und qualitativ hochwertige Lebensmittelerzeugung in Europa ist. Wir erwarten politische Signale, die zeigen: Unsere Arbeit wird auch in Zukunft noch wertgeschätzt.

- Pflanzenschutzmittel – Wissenschaft statt Ideologien:
Pflanzenschutzmittel heißen nicht umsonst PflanzenSCHUTZmittel. Sie schützen un-sere Pflanzen und damit unsere Nahrung, dafür wurden sie über Jahrzehnte unter strengsten Zulassungsbedingungen entwickelt. Die Anwendung noch sparsamer und gezielter zu gestalten, da sind wir dabei! Es reicht aber nicht, nur auf Reduktion zu setzen. Im Sinne von Verbrauchern und Landwirten wäre es besser, auch andere Wege in Betracht zu ziehen und zu fördern, nämlich digitale Techniken, biologische und mechanische Verfahren sowie neue Züchtungsmethoden (Crispr/Cas). Um dabei wettbewerbsfähig zu bleiben gilt aber auch hier: gleiche Regeln für alle, auch inner-halb der EU.

- Flächenverbrauch reduzieren
Die Landwirtschaft fordert, dass die Landesregierung den Flächenverbrauch endlich ernst nimmt. Weit mehr als zehn Fußballfelder freier Fläche; nämlich 10 ha, gehen in NRW pro Tag verloren. Auf ihnen entstehen Siedlungs- und Verkehrsflächen, Auto-bahnen und Gewerbegebiete. „Das ist eine riesige Fläche, die uns allen täglich verlo-ren geht. Auf Beton gibt es weder biologische Vielfalt noch wachsen darauf Lebens-mittel“, so die klare Meinung der Landwirte.

- Naturschutz-Kooperation statt Ordnungsrecht
Der Landwirtschaft die Hauptverantwortung für Fehlentwicklung in der Natur zuzu-weisen, verkennt die multifaktoriellen Wirkungszusammenhänge der zugrundeliegen-den Ursachen. Die Landwirte sind jedoch bereit ihren Teil der Verantwortung zu übernehmen. „Mehr Kooperation wagen!“ – so lautet das Konzept der Bauern. Land-wirte stehen für eine konstruktive Allianz zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Sie arbeiten seit langem auf vielen Ebenen erfolgreich mit dem haupt- und ehrenamt-lichen Naturschutz und den Wasserversorgern zusammen.

Dazu der Kreisvorsitzende Wolfgang Wappenschmidt: „Wir Landwirte stehen für einen Ein-klang aus gesicherte Nahrungsmittelversorgung und Naturschutz mit Hilfe moderner Produk-tionsmethoden. Aus Anlass des Erntedankfestes am 4. Oktober möchten wir daher alle ein-laden mit uns in den nächsten Monaten einen konstruktiven Dialog über die zukünftige Aus-richtung unserer Landwirtschaft zu führen.“


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