RLV und LsV: Polit-Talk im Bergischen Land

30.01.2020

Im engen Austausch mit der Politik stehen die Bauern im Bergischen Land: Nachdem sich Vertreter des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) und von „Land schafft Verbindung“ (LsV) bereits im November 2019 zu einem ersten Gespräch mit RLV-Präsident Bernhard Conzen in Overath getroffen hatten, kam es im Dezember zu einem ersten gemeinschaftlichen politischen Austausch im Bergischen Land mit Mitgliedern des Landtages im Schloss Ehreshoven in Engelskirchen.

Landwirtschaft und Politik im Gespräch: Die bergischen Bauern haben bereits mehrere Politik-Talks veranstaltet.

LsV und RLV sind sich einig: Bauern brauchen wieder mehr Wertschätzung. Fotos: Ines Molitor

Zu einem erneuten Polit-Talk im Schloss Ehreshoven trafen sich Landwirte und Politiker in der vergangenen Woche. Dazu hatten die beiden Vorsitzenden der Kreisbauernschaften Oberberg. Kreis und Rhein. Berg., Helmut Dresbach und Peter Lautz, parteiübergreifend eingeladen. Der Einladung gefolgt waren die CDU-Abgeordneten Dr. Carsten Brodesser für den Oberbergischen Kreis und Dr. Hermann-Josef Tebroke für den Rheinisch-Bergischen Kreis. Im Zuge dessen wurde ein gemeinsames Positionspapier auf den Weg gebracht.

Auf dem Programm standen die Themen Düngeverordnung, EU-Fördermittel, (Um-)Strukturierungsmaßnahmen, das Mercosur-Abkommen und vieles mehr. Die politischen Vertreter zeigten sich für die Belange der Landwirtschaft sehr offen. „Es ist wichtig, den Betroffenen zuzuhören. Jedes Gespräch bringt uns weiter“, stellte Dr. Brodesser gleich zu Beginn fest. Er forderte aber auch Ehrlichkeit ein. So müsse beispielsweise bei der Düngeverordnung differenziert werden. Es gäbe Gebiete, da sei die Landwirtschaft für erhöhte Nitratwerte verantwortlich, aber eben auch andersherum. Politik müsse an dieser Stelle reagieren, was sie auch mit Blick auf eine Binnendifferenzierung täte. Brodesser räumte zudem Kommunikationspro­bleme ein: „Wir müssen Transparenz schaffen und die Gesellschaft vollumfänglich informieren.“ Auch Brodessers Parteikollege Dr. Tebroke machte auf die derzeit schwierige gesellschaftspolitische Lage aufmerksam: „Wenn Kinder in Kindergarten und Schule als Bauernkind gebasht werden, dann sind wir gesellschaftlich auf dem absteigenden Ast.“ Die Bauernproteste seien nicht mehr nur ein „Murren am Rande“, sondern auch in der Politik deutlich wahrnehmbar und würden sehr ernst genommen. Landwirtschaftliches Tun müsse wertgeschätzt werden und habe auch seinen Preis.

Im Ergebnis einigten sich Berufsstand und Politik auf ein gemeinsames Positionspapier. Dieses stellten die Bundestagsabgeordneten sodann gleich am Folgetag unter der Überschrift „Ungleiches muss ungleich behandelt werden!“ vor. In Blickrichtung auf die neue Düngeverordnung stehen Brodesser und Tebroke mit ihren Forderungen dabei klar auf der Seite der bergischen Bauern:

„Die Maßnahmen der Düngeverordnung müssen die unterschiedlichen Ausgangssituationen in rote und grüne Gebiete berücksichtigen. Eine Absenkung der Düngung ist in unserer Region nicht notwendig, da wir im Sinne der Grenzwerte keine nitratvorbelasteten Gebiete haben.

Die Messung der Ausgangsbelastung muss mit einem dichteren Mess-Stellennetz erneut erfolgen, sodass weitere mögliche Nitrat-Einbringer identifiziert werden können.

Generelle Düngeverbote – wie zum Beispiel auf stark geneigten Flächen – sind zu verhindern, da sie sich kontraproduktiv auf erfolgreiche Naturschutzmaßnahmen auswirken.

Von überzogenen Dokumentationspflichten, gerade bei kleinen Betrieben, ist abzusehen.“

Das Positionspapier ist HIER vollständig nachzulesen. Im Bergischen Land sind kreisübergreifend weitere Aktionen gemeinsam mit "Land schafft Verbindung" geplant. Denn in einem sind sich Bauern und die Bundestagsabgeordneten sicher einig: „Landwirtinnen und Landwirte verdienen eine höhere gesellschaftliche Anerkennung!“


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