Möglichkeit zum Dialog genutzt

07.07.2016

Großes Interesse an Grünlandexkursionen mit den Biologischen Stationen Oberberg und Rhein-Berg --- Es ist inzwischen im Oberbergischen Kreis schon zur Tradition geworden. Einmal im Jahr treffen sich der Verband Landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen, die Kreisbauernschaft Oberberg sowie die Biologische Station zu einer Fachexkursion im Grünland.

Die Exkursionsteilnehmer im Rheinisch-Bergischen Kreis … Foto: Biologische Station Rhein-Berg

… und die der Grünlandexkursion im Oberbergischen Kreis. Foto: Biologische Station Oberberg

Denn eine enge Kooperation von Naturschutz mit den Vertretern der Landwirtschaft ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil bei der Umsetzung der Arbeit. Unterschiedliche Interessen zusammenzubringen und das gegenseitige Verständnis zu fördern wird so leichter. In diesem Jahr fand erstmals eine weitere Grünlandexkursion statt, diesmal im Rheinisch-Bergischen Kreis – in Zusammenarbeit mit der Kreisbauernschaft Rhein-Berg und der dortigen Biologischen Station. Auch sie soll von jetzt an jährlich stattfinden. Beide Exkursionen wurden im Rahmen des vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) geförderten Projektes „Naturschutz trifft Kulturlandschaft – HEUland“ durchgeführt.

Den Anfang machte am 8. Juni der Rheinisch-Bergische Kreis. Dort trafen sich rund 30 Vertreter von Landwirtschaft und Naturschutz auf den Flächen von Landwirt Christoph Klein in Odenthal-Landwehr. Der ehemalige Milchviehbetrieb hat auf Mutterkuhhaltung umgestellt. Wie sieht der Pflanzenbestand auf einer Silagewiesen aus? Das war eine der Fragen, denen nachgegangen wurde. Auch über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Gülleausbringung und deren Vor- und Nachteile wurde diskutiert. Neben dem Wirtschaftsgrünland verfügen viele landwirtschaftliche Betriebe im Bergischen Land aber auch über trockene, steile oder feuchte Flächen, die für die Erzeugung von hochwertigem und energiereichem Futter nicht geeignet sind. Gerade diese Flächen sind aber für den Naturschutz von großer Bedeutung. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten finden hier ihren Lebensraum und werden durch eine extensive Bewirtschaftungsform erhalten. Auch Landwirt Christoph Klein hat eine solche Weide an einem sehr steilen Hang, die er mit drei Rindern pro Hektar bewirtschaftet. Seit 2010 hat er für diese extensive Bewirtschaftung einen Vertrag im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms. „Wir als Landwirte sind gerne bereit, über eine freiwillige Kooperation einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt zu leisten“, bestätigte Peter Lautz, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Rhein-Berg.

Eine Woche später am 13. Juni fanden sich 25 Teilnehmer in Wipperfürth im Oberbergischen Kreis zur zweiten Grünlandexkursion ein. Zunächst stand der Betrieb von Manfred Kürten in Herweg auf dem Programm und danach der Hof von Rolf Nassenstein in Ritzenhaufe. Auch bei diesem Treffen wurde eine extensive Grünlandfläche dem Wirtschaftsgrünland zur Silagegewinnung gegenübergestellt und anhand des unterschiedlichen Pflanzenbestandes verglichen. Helmut Dresbach, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Oberberg und des NRW-Verbandes Landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen, betonte die Bedeutung dieses Austausches: „Wir möchten gerade auch junge Berufskollegen dazu motivieren, dass auch die Erhaltung der Biodiversität ein Betriebszweig sein kann“.

Frank Herhaus, Leiter der Biologischen Stationen Oberberg und Rhein-Berg, fasste zusammen, dass „nur über das Engagement und den Einsatz der landwirtschaftlichen Familienbetriebe die artenreichen Wiesen und Weiden erhalten und gesichert werden können“ und dankte den Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft und Naturschutz für deren Engagement und Teilnahme.


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