Auf gute Zusammenarbeit

31.01.2019

Der neue Vorsitzende der Kreisbauernschaft Wesel diskutierte mit Wesels Landrat

Auf dem Betrieb von Kerstin (7.v.r.), Henning (6.v.r.) sowie Betriebsleiter Wilhelm ten Huf (4.v.r.) diskutierten Vertreter der Landwirtschaft, zuvorderst Johannes Leuchtenberg (3.v.r.), mit Landrat Dr. Ansgar Müller (5.v.r.) über die Landwirtschaft in Wesel. Foto: Tina Ziemes

Nach einer langen Wegstrecke durch den Wald erreicht man den Schoelshof der Familie ten Huf in Wesel-Drevenack. Hier trafen sich am Donnerstag vergangener Woche der Weseler Landrat Dr. Ansgar Müller und der neue Vorsitzende der Weseler Kreisbauernschaft Johannes Leuchtenberg zum Austausch. Bei winterlichen Temperaturen stellte Betriebsleiter Wilhelm ten Huf zunächst seinen Milchviehbetrieb vor und lud dann zu einer Planwagenfahrt über die angrenzenden Weiden an der Lippe ein. Im Anschluss fanden sich alle Teilnehmer zu einer Diskussionsrunde in der warmen Stube ein.

Wichtige Themen im Fokus

Während der Fahrt über die Weiden kam die Umgestaltung der Lippeaue durch den Lippeverband zur Sprache. „Die Flächen müssen weiterhin bewirtschaftbar bleiben“, richtete sich Leuchtenberg an Müller. „Wenn das Flussbett verbreitert und angehoben wird, kann der alte Baumbestand nicht erhalten bleiben“, brachte Reinhard Krebber als Vorsitzender der Waldbauern Wesel an. Zusätzlich ginge der Landwirtschaft viel Land verloren. Der Flächenverlust kam auch beim Thema Kiesabbau zur Sprache. Diesbezüglich erinnerte der Landrat daran, dass es sich hierbei um keinen nachwachsenden, sondern um einen endlichen Rohstoff handle. „Vom Grundsatz her müssen wir nachhaltig mit den Kiesvorkommen umgehen“, so Müller. Kreisverwaltung und Kreistag seien sich einig, dass hier restriktiv verfahren werden müsse.

Auch die aktuelle Wolfpro­blematik blieb bei dem Treffen nicht unerwähnt. „Wenn ich für meine 200 Kopf große Kuhherde einen Zaun errichten muss“, so Landwirt ten Huf, „dann reden wir über eine Strecke von über 5 km.“ Dies wäre eine finanzielle Herausforderung, von der Arbeitserledigung einmal ganz abgesehen. „Hinzu kommt die ständige Instandhaltung“, ergänzte Dr. Franz-Josef Stork, Leiter des Versuchs- und Bildungszentrums Landwirtschaft Haus Riswick. Weiter wurde auf die durch einen Zaun eingeschränkten Möglichkeiten des Wildwechsels und der Wanderschafhaltung hingewiesen.

An einem Strang ziehen

Gegen Ende des Treffens äußerte Leuchtenberg den Wunsch, „auch weiterhin beim Kreis auf offene Ohren zu treffen“ und im Dialog zu bleiben. Er wünsche sich, an einem Strang zu ziehen, vor allem was den Flächenverbrauch anginge. Auch der Landrat bestätigte, dass der Austausch in der Tat gut funktioniere und dies auch weiterhin erstrebenswert sei. Außerdem sei er überzeugt, dass die Landwirtschaft sehr viele Sympathien in der Bevölkerung habe und für ein gutes Image permanent kommuniziert werden müsse. Konkrete positive Ereignisse wie beispielsweise die „Tour de Flur“ halte er für wichtig und unterstütze diese Aktionen gerne. Müller bedankte sich für die Einladung und stellte fest: „Die Dinge einmal vor Ort auf einem Hof zu sehen, ist und bleibt unschlagbar!“