Große Sorgenfalten bei den Schweinehaltern

29.10.2015

Arbeitskreis Schweine der Kreisbauernschaft Wesel tagte - Aufgrund der schon anhaltend angespannten Lage tagte der Arbeitskreis Schweine der Kreisbauernschaft Wesel unter Vorsitz von Wilhelm Wefelnberg bereits Mitte Oktober im neuen Sitzungsraum in der Kreisbauernschaft.

Gut besucht war die jüngste Sitzung des Arbeitskreises Schweine der Kreisbauernschaft Wesel. Foto: Brigitte Wenzel

Bevor das Schwerpunktthema – die desaströse Marktlage für die Schweine- und insbesondere die Sauenhalter – von Stefan Leuer von der Landwirtschaftskammer aufgegriffen wurde, stellte Brigitte Wenzel von der RLV-Zentrale in Bonn das Arbeitspapier „Nachhaltige Nutztierhaltung NRW“ von Minister Remmel vor. Sie ging auf die fünf Handlungsfelder näher ein: Nachhaltige Tierhaltungssysteme/Tierschutz, Nachhaltige Zucht, Medikamenteneinsatz in der Nutztierhaltung, Umweltgerechte Modernisierung der Nutztierhaltung sowie Wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen, Konsequenzen und Perspektiven für landwirtschaftliche Betriebe. Anschließend stellte sie den Plänen des NRW-Landwirtschaftsministeriums die Aktivitäten und Positionen der NRW-Landwirtschaftsverbände gegenüber. Zu dem Arbeitspapier sei noch ein breiter Dialogprozess angekündigt, schloss sie ihre Darstellung.

Stefan Leuer ging in seinem Vortrag auf die wesentlichen Parameter ein, die die 25 % erfolgreichsten von den 25 % am wenigsten erfolgreichen Betrieben unterscheiden und gab Hinweise, wie die Betriebe mit ihren unternehmerischen Entscheidungen auf das lange Preistief reagieren könnten. Wichtigste Maßnahme sei es immer, die eigene Produktionstechnik auf Schwachstellen zu untersuchen und konsequent zu optimieren. Sorge bereite ihm allerdings, dass derzeit selbst gut aufgestellte junge Betriebsleiter eine Aufgabe der Schweinehaltung ernsthaft vorbereiten. Auf der Tagesordnung standen aber auch Tiergesundheitsthemen, wie die staatliche Antibiotika-Datenbank, die sich bereits im dritten Erfassungszeitraum befindet – also bereits seit über einem Jahr besteht. Die aus den gemeldeten Zahlen errechneten bundesweiten Kennzahlen pro Nutzungsart führen bei 25 % der meldepflichtigen Betriebe in Deutschland dazu, dass betriebsindividuelle Maßnahmenpläne mit den Tierärzten entwickelt werden müssen. Was hierbei zu beachten ist, darauf ging Dr. Katja Brandt vom Veterinäramt Wesel näher ein. Ihre Kollegin Dr. Susanne Diekmann sprach die sich in Osteuropa ausweitende Afrikanische Schweinepest an und sensibilisierte die Mitglieder des Arbeitskreises erneut hinsichtlich der Schutzmaßnahmen.