In jeder Krise liegt auch eine Chance

04.10.2018

„So, wie wir in der Vergangenheit oft Grund hatten, eine unsachgemäße Darstellung der Landwirtschaft in den Medien zu kritisieren, so haben wir uns jetzt in der schwierigen Lage unter Hitze und Trockenheit verstanden gefühlt“, lobte Wilhelm Neu, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Wesel, die Medien während des traditionellen Erntedankempfangs vergangene Woche Dienstag und sprach ihnen dafür seinen Dank aus.

Fanden lobende Worte für Wesels Landwirte (v.l.n.r.): Wilhelm Neu, Dr. Ansgar Müller, Waltraud Krüger, Rainer Kremer, Sprecher der Interessengemeinschaft Schermbecker Landwirte, Matthias Meiwes, Engelbert Bikowski, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Schermbeck sowie der katholische Pfarrer Klaus Honermann und sein evangelischer Kollege Hans Herzog. Die prachtvolle Erntekrone hatten wieder die Landfrauen gefertigt.

Die Erntegruppe Weselerwald lockerte das Programm mit Tanzdarbietungen wie dem „Bandeltanz“ auf. Fotos: Tina Ziemes

Schließlich hätte dies dazu beigetragen, dass die Bevölkerung in weiten Teilen nicht den vermeintlichen Meinungsmachern gefolgt sei, sondern denen, die ehrlich und glaubwürdig ihr Handwerk ausüben. Neu freute sich, dass „die vielen politischen Attacken, die im Zuge der Diskussion um die Dürre gegen die Landwirtschaft geritten wurden, bei weiten Teilen der Bevölkerung nicht griffen. Sich in dieser Weise auf die Seite der Bauern zu stellen, das ist in unseren Zeiten außergewöhnlich.“

Landrat Dr. Ansgar Müller stellte in seinem Vortrag vor den etwa 200 Gästen im Begegnungszentrum des Schermbecker Rathauses fest, dass sich dieser Sommer zwar positiv auf den Tourismus in der Region ausgewirkt, Flora und Fauna allerdings schwer zu schaffen gemacht habe. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Weseler Bauern dank ihrer Kompetenz in der Lage sein werden, auch bei zukünftigen Wetterkapriolen die Versorgung mit Lebensmitteln zu sichern. „In jeder Krise liegt bekanntlich auch eine Chance“, brachte Waltraud Krüger als Vorsitzende des Rheinischen Landfrauenverbandes im Kreis Kleve mit Blick auf den Sommer an. Ihr gehe es darum, gemeinschaftlich etwas zu bewegen. „Dass das hier in Wesel möglich ist, sehen wir alleine am Gelingen dieses Erntedankfestes“, so Krüger. Weiter dankte sie allen Beteiligten im Rückblick auf das Jahr 2018 für die erfolgreiche „Tour de Flur“ mit mehreren Tausend Teilnehmern. Der Vertreter der Junglandwirte Matthias Meiwes fand optimistische Schlussworte: „Wir dürfen nicht klagen, sondern müssen uns mit teils neuen Bedingungen ausei­nan­dersetzen. Wir dürfen nicht aufgeben, nach Ertragssicherung zu streben,  und wir sind stolz da­rauf, Landwirte zu sein!“