Kreisbauernschaft Wesel im Austausch mit der Politik

19.09.2019

Über die Belange der Landwirte im Kreis Wesel und auf Landesebene diskutierte der geschäftsführende Vorstand der Kreisbauernschaft Wesel mit dem Landtagsabgeordneten Stephan Haupt (FDP) am 4. September in der Geschäftsstelle.

Im Gespräch (v.l.n.r.): Gerrit Korte, Daniel Rütter, Persönlicher Referent von Stephan Haupt, Johannes Leuchtenberg, MdL Stephan Haupt, Katharina Wielage, Jens Buchmann und Stephan Hufer. Foto: Kreisbauernschaft Wesel

Im Zentrum standen zunächst die erheblichen Herausforderungen der Schweine haltenden Betriebe. Neben den Auswirkungen des freiwilligen staatlichen Tierwohllabels ist auch im Bereich der Kastration noch keine Lösung in Sicht, so die Weseler Bauern. Insbesondere über den mangelnden Rückhalt für Schweinehalter in Gesellschaft und Politik äußerte sich Wilhelm Wefelnberg, Vorsitzender des Arbeitskreises Schweine, besorgt. Stephan Haupt sieht die Ursachen in einem falschen Bild der Gesellschaft über Tierhaltung in der Vergangenheit und Gegenwart und auch im Bereich der Biolandwirtschaft. Hier gab er zum Beispiel zu bedenken, dass die Krankheitsrate bei der biologischen Haltungsform teilweise sogar höher sei als bei konventionell gehaltenen Tieren. Dies stehe insbesondere dem erklärten Willen aller Verbraucher, die Tiergesundheit zu fördern, entgegen.

Haupt versicherte, dass er sich für die Marktfähigkeit der Tierhaltung, in seinen unterschiedlichen Formen starkmachen werde. Als Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz spiele für ihn die Verbraucheraufklärung eine bedeutende Rolle. Tier- und Artenschutz könne nur gemeinsam mit den Landwirten unter Berücksichtigung ihrer ökonomischen Interessen umgesetzt werden. Aufklärung müsse bereits im Schul-   unterricht beginnen. Der geschäftsführende Vorstand kritisierte auch den erheblichen Flächenverbrauch, insbesondere im Kreis Wesel, verursacht durch Abgrabungen und Ausgleichsmaßnahmen. Die Landwirte forderten, die vorhandenen Industriebrachen zu renaturieren, damit weniger landwirtschaftliche Nutzflächen für Kompensationsmaßnahmen benötigt werden. Haupt plädierte für eine Überarbeitung der Ausgleichsmaßnahmenkonzepte. Indus­triebrachen würden bereits teilweise umgenutzt, jedoch erfordere dies einen erheblichen bürokratischen Aufwand. Das laufende Verfahren zur Aufstellung des Regionalplanes Ruhr hält er für wenig bürgerfreundlich und intransparent. Künftig sollten Abgrabungen jeweils mit einem Projekt von gesellschaftlichem Nutzen, wie zum Beispiel Maßnahmen für den Hochwasserschutz, verknüpft werden. Hier stehe er bereits in Kontakt mit Kiesunternehmen um das Thema zu diskutieren.

Schließlich wurden das Thema Wolf und die schwierigen Zustände für die Weidetierhalter im Kreis Wesel ausführlich besprochen. Der geschäftsführende Vorstand forderte von der Landesregierung klare Regelungen für die Entnahme von auffälligen Wölfen und umfangreiche Unterstützungen für alle Weidetierhalter. Haupt sagte zu, die Entwicklungen zu prüfen. Nach seiner Meinung dürfen die Anforderungen an die Tierhalter bezüglich der zu ergreifenden Schutzmaßnahmen nicht überspannt werden. Insgesamt beurteilten alle Beteiligten den Austausch als sehr kon- s­truktiv.


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