Wesel im Gespräch mit den Grünen

11.05.2017

Seine Gespräche mit den Landtagskandidaten setzte der Vorstand der Kreisbauernschaft Wesel in der vergangenen Woche fort. Ulrich Lütke und Lukas Aster von Bündnis 90/Die Grünen standen am Dienstag vergangener Woche Rede und Antwort.

Im Gespräch (v.l.n.r.): Stefan Hufer, Wilhelm Neu, Gerrit Korte, Lukas Aster, Katharina Wielage, Ulrich Lütke, Wilhelm Wefelnberg. Foto: Anna Essingholt

Lütke – als gelernter Koch und selbstständiger Unternehmer für die Schul- und Kindergartenverpflegung mit 50 Angestellten – hatte schnell Verständnis für unternehmerische Anliegen der Landwirtschaft. Ziel der Grünen sei es, die Kulturlandschaft und die landwirtschaftlichen Betriebe in Verantwortung für die Gesellschaft und die Natur zu erhalten. Auch Aster, der die Probleme der Landwirtschaft von seinen Großeltern her nachvollziehen konnte, sprach sich für eine Existenzsicherung der Höfe, insbesondere für kleinere und mittlere Betriebe aus, die auch in der nächsten Generation eine Existenzgrundlage haben sollten. Der Kreisvorsitzende Wilhelm Neu thematisierte den Flächenverbrauch. Die Vertreter der Grünen wiesen auf das Ziel der Koalition, maximal 5 ha Nutzfläche zu verbrauchen, hin. Dieses Ziel stehe aber im Konflikt mit den Ansprüchen der Industrie- und Handelskammer und dem Verkehr, die für Industrie und Gewerbeansiedlungen sowie für verbesserte Verkehrswege eintreten. Ziel sei es daher, die angepeilten 5 ha im Land Nordrhein-Westfalen als Flächenverbrauch zu erreichen.

Die Zukunft des Agrarstandortes NRW sei nach Auffassung der Grünen durch einen Verdrängungswettbewerb gefährdet. Dem widersprachen die Vertreter der Kreisbauernschaft insofern, als die Probleme der kleinen und mittleren Betriebe durch die erhebliche Bürokratie und ständig neue Auflagen entstehen, die die Betriebe erhebliches Kapital kosten, ohne hierdurch ein höheres Einkommen zu erzielen. Als Beispiel wies der stellvertretende Vorsitzende Wilhelm Wefelnberg auf die vergrößerten Kastenstände bei der Sauenhaltung oder die Siloplatten nach neuestem Stand hin. Derartige teils sechsstellige Investitionen könne ein kleinerer und mittlerer Betrieb nicht so ohne weiteres stemmen. Die Grünen schlugen vor, die Standards zu reduzieren. Die Politik müsse mehr die regionalen Produktionsbedingungen berücksichtigen.