5-ha-Ziel aus dem Landesentwicklungsplan gestrichen

08.08.2018
Conzen: Landesregierung muss Flächenverbrauch endlich ernst nehmen

Bernhard Conzen

Weit mehr als zehn Fußballfelder freier Fläche, nämlich zehn Hektar, gehen in NRW pro Tag verloren. Auf Ihnen entstehen Siedlungs- und Verkehrsflächen, Autobahnen und Gewerbegebiete. Das wollen die rheinischen Landwirte stoppen. „Das ist eine riesige Fläche, die uns allen täglich verloren geht. Auf Beton gibt es weder biologische Vielfalt noch wachsen darauf Lebensmittel“, so die klare Meinung von Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV).

„Der bislang vertretene politische Anspruch, den Flächenverbrauch auf 5 ha pro Tag zu begrenzen, scheint der Regierung nicht mehr wichtig zu sein. Im aktuellen Entwurf zum Landesentwicklungsplan ist das 5-ha-Ziel inzwischen gar nicht mehr enthalten. Das ist aus unserer Sicht völlig unverständlich.“ Den RLV besorge die Tatsache, dass mit landwirtschaftlicher Nutzfläche so sorglos umgegangen werde. „Fläche wird uns nicht ewig zur Verfügung stehen. Wenn wir eine starke heimische Landwirtschaft halten wollen, dann muss man dieses Problem anpacken und nicht meiden.“

Auch vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um klimawandelbedingte Dürreperioden gelte es, weiteren unnötigen Flächenfraß durch immer neue Baugebiete zu vermeiden. Vordringlich sei ein ambitioniertes Investitionsprogramm, mit dem leerstehender innerstädtischer Wohnraum saniert und bestehende Industriebrachen systematisch erschlossen würden. Wenn in Zeiten florierender Wirtschaft in der boomenden Rheinschiene eine weitere Flächeninanspruchnahme unvermeidbar sei, müsse man an anderen Stellschrauben drehen. „Seit Jahren fordern wir einen verantwortungsvolleren Umgang bei den oft maßlosen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Hier muss die Landeregierung jetzt Farbe bekennen. Wir brauchen endlich eine Kompensationsverordnung, die dem Prinzip „Qualität vor Quantität“ Rechnung trägt“, so Conzen.


Weitere Themen

19.12.2018

RLV zum weiteren Umgang mit dem Wolf in NRW

Die Rückkehr des Wolfes nach Nordrhein-Westfalen und jüngste Meldungen über Nutztierrisse am Niederrhein sorgen weiter für Diskussionen. Der Fachausschuss "Rinder" des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) hat sich gestern in einer Erklärung zum weiteren Umgang mit dem Wolf geäußert.
mehr dazu
14.12.2018

Schweinefleisch aus deutscher Herkunft hat Zukunft!

RLV sieht erstes Signal für den Erhalt der Sauenhaltung
mehr dazu
12.12.2018

"Öffentlichkeitsarbeit muss Spaß machen"

Agrarblogger zu Besuch bei Kreisbauernschaft Wesel
mehr dazu