Erneut Tiere gerissen - Sorge der Landwirte wächst

02.11.2018
Seit wenigen Wochen gibt es am Niederrhein das erste offizielle Wolfsgebiet in NRW – die Landwirte zeigen sich von den Meldungen über Wolfsrisse inzwischen sehr besorgt, berichtet der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV).

Erst in der vergangenen Woche wurden binnen einer Nacht zehn Damtiere in einem umzäunten Gehege in Dinslaken gerissen, wenige Tage zuvor zwei Schafe in der Nähe von Hünxe. Bisswunden deuten auf den Wolf hin, die endgültige Klärung steht noch aus. Gerade die Weidetierhalter stehen damit vor großen Herausforderungen.

„Mit diesen Berichten von Wolfsrissen kann kein Tierhalter mehr gut schlafen“, berichtet Bernhard Conzen, Präsident des RLV. Der Wolf sei laut Conzen mittlerweile zu einem sehr emotionalen Thema geworden. „Bislang handelt es sich ja anscheinend nur um eine Wölfin. Doch was ist, wenn daraus ein Rudel wird, das lernfähig und intelligent ist und versteht, dass es mit Weidetieren eine leichte Beute hat? Das würde die heimische Weidetierhaltung existenziell gefährden, denn das tut sich kein Tierhalter an“, fürchtet der RLV-Präsident.

Beim Herdenschutz ebenso wie bei der Entschädigung von Tierrissen bedürfe es einer Regelung, die die finanzielle Belastung der Tierhalter ohne Einschränkungen ausgleiche, wiederholt der RLV seine Forderung. Die aktuell dazu in einer Richtlinie des Landes festgelegten Unterstützungen seien nicht ausreichend. So werde etwa der stark erhöhte Arbeitsaufwand in den Betrieben  als Folge von Herdenschutzmaßnahmen in keiner Weise berücksichtigt. Weiterhin seien klare Vorgaben zum Umgang mit auffälligen Wölfen dringend von Nöten. Die Förderung von Präventionsmaßnahmen und eine schnelle Entnahme von Wölfen, die trotz Schutzmaßnahmen Weidetiere mehrfach angreifen oder reißen, sind „zwei Seiten einer Medaille“, bekräftigt Conzen.


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