Ferkelkastration: Übergangszeit jetzt nutzen

08.10.2018
Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) begrüßt den Beschluss der Bundesregierung, das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration um zwei Jahr zu verschieben. „Diese Zeit muss jetzt aber auch genutzt werden, sowohl von uns Landwirten, als auch der Politik“, betonte Präsident Bernhard Conzen anlässlich der heute stattfindenden Vorstandsitzung des RLV. Seine Ziele und Forderungen hat der Verband dazu in einer Resolution zusammengefasst.

„Wir sind bereit, die Fristverlängerung sofort dafür zu nutzen, ein tierschonendes Verfahren der Kastration aufbauend auf den Erfahrungen in Schweden und Dänemark für die deutschen Ferkelerzeuger zu etablieren“, erklärte Conzen. Mit der Fristverlängerung habe man nun die Möglichkeit, im Sinne des Tierschutzes etwas zu verändern. Gegen die bisher diskutierten drei Alternativen der betäubungslosen Ferkelkastration hat der Verband weiterhin schwerwiegende Vorbehalte. „Wir denken nach wie vor, dass wir auf den 4. Weg setzen müssen um der deutschen Sauenhaltung eine Perspektive zu geben. Wir sollten alles daran setzen, eine weitere Verlagerung der Ferkelerzeugung ins Ausland zu verhindern und unsere heimischen Betriebe zu schützen.“

Die rheinischen Landwirte wollen sich in Sachen Tierschutz weiterentwickeln. „Wir Landwirte arbeiten jeden Tag mit den Tieren. Und wir sind diejenigen, die letztlich im eigenen Betrieb die Veränderungen gestalten. Wir müssen dabei endlich auf praktische Erfahrungen setzen.“, ergänzt Wilhelm Hellmanns, Ferkelerzeuger aus Rheurdt und Vorsitzender des Schweine-Fachausschusses beim RLV. Genau diese gäbe es in den Nachbarländern, wie Dänemark. Dort sprachen sich Landwirte und Tierschützer gemeinsam für den sogenannten vierten Weg, also eine lokale Betäubung durch den Landwirt aus. „Was in anderen EU-Mitgliedsstaaten funktioniert, sollte auch bei uns möglich sein. Wir erwarten von Bundesministerin Klöckner nun eine Initiative, die den vierten Weg zeitnah auch für deutsche Ferkelerzeuger ermöglicht, um im Wettbewerb bestehen zu können und der Ferkelerzeugung in Deutschland eine Perspektive zu geben“, so Hellmanns. 

Die Resolution finden Sie HIER!


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