Immer mehr Nitrat im Grundwasser? - RLV warnt vor Populismus

08.08.2019
Verschiedene Tageszeitungen im Rheinland, darunter etwa die Rheinische Post unter dem Titel „Immer mehr Nitrat im Grundwasser“, haben in ihrer Berichterstattung vom 8. August auf die hohen Nitratwerte bei den 15 am höchsten belasteten Messstellen in Deutschland hingewiesen, darunter auch einer aus NRW.

Anlass war eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen. „Die Darstellung ist in höchstem Maße populistisch. Man fokussiert sich allein auf die Problemstellen und vermittelt dem Verbraucher damit ein unzutreffendes Bild. Verzerrter könnte die aktuelle Situation nicht geschildert werden“, kritisiert der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV).

Im Bericht des Landesamtes für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz aus dem Jahr 2016 heißt es: „Der Grenzwert für Trinkwasser ist mit 50 mg/l identisch mit dem Schwellenwert für den „guten Zustand“ entsprechend der Grundwasserverordnung. Im Jahr 2015 überschritten knapp 14 % der gut 100 über das Land verteilten Grundwassermessstellen diesen Wert. Der Trend zu geringeren Nitratkonzentrationen ist aber statistisch signifikant.“ (vgl. S. 100, Umweltbericht NRW 2016)

Die Bundesregierung hat im Übrigen bereits im Jahr 2017 den vom Umweltbundesamt (UBA) prognostizierten Anstieg der Wasserpreise infolge einer hohen Nitratbelastung im Grundwasser relativiert. Die Umsetzung der beschlossenen Verschärfungen des Düngerechts werde nicht zuletzt in problematischen Gebieten zu einer Reduzierung der Nitratbelastung führen, heißt es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, die im Juli veröffentlicht wurde. Zusätzliche preiserhöhende Aufbereitungsmaßnahmen würden „in der Regel nicht erforderlich“, so die Bundesregierung in der Antwort.

Die rheinischen Bauern setzen sich mit verschiedenen Maßnahmen für den Umwelt-, Boden-, Klima- und Tierschutz ein. So legen sie beispielsweise Blühstreifen an und pflanzen Zwischenfrüchte. Mit neuester Technik werden Pflanzenschutz- und Düngemittel in so geringen Dosen wie möglich und höchst präzise ausgebracht. Auch auf dem bewirtschafteten Acker werden die Arten der Offenlandschaft geschützt, etwa durch kooperative Naturschutzmaßnahmen, produktionsintegrierte Kompensation und vieles mehr. In Wasserschutzkooperationen setzen sich die rheinischen Bauern dafür ein, dass die Nitratwerte gesenkt werden.


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