"Insektenschutz gemeinsam anpacken"

05.06.2019
„Wir Landwirte nehmen unseren Teil der Verantwortung für die Förderung der Insektenvielfalt an!“, so Bernhard Conzen und Johannes Röring, die Präsidenten der nordrhein-westfälischen Bauernverbände RLV und WLV anlässlich der Insektentagung am 3. Juni in Düsseldorf.

Beide Präsidenten appellieren an die Verantwortlichen in Politik und Verbänden, es nicht zu einem Zerwürfnis zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft kommen zu lassen. Biodiversität und Naturschutz seien nicht teilbar, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Die könne man am Ende nur gemeinsam angehen – im Konsens und auf Augenhöhe.

Sie erinnerten daran, dass die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz in NRW trotz in einigen Bereichen bestehender Meinungsunterschiede seit langem gut funktioniere. So etwa habe man bei der Diskussion um das Landesnaturschutzgesetz in strittigen Fragen gemeinsam sinnvolle Lösungen gefunden. Beispielhaft sei die Einigung beim Schutz von Streuobstwiesen. Mit einem klugen Ansatz sei es gelungen, den Schutz der Streuobstwiesen voranzubringen, ohne die Entwicklungsmöglichkeiten landwirtschaftlicher Betriebe zu beeinträchtigen. Dass dies andernorts im Konflikt ende, könne man derzeit in Bayern beobachten. Dort werden in der fränkischen Schweiz in diesen Tagen Streuobstwiesen gerodet, bevor diese als Konsequenz neuer gesetzlicher Vorschriften unter besonderen Schutz gestellt werden.

Gleichgerichtete Auffassungen vertrete man etwa auch bei der Beurteilung des ungehindert fortschreitenden Flächenverbrauchs in NRW.

Beide Präsidenten sehen gute Chancen, die bevorstehende Reform der Europäischen Agrarpolitik in beiderseitigem Interesse zu nutzen. Die Grundlage dafür habe man im vergangenen Herbst bereits gelegt. Landwirtschaft und Naturschutz hätten sich unter Moderation von Ministerin Heinen-Esser zu einem gemeinsamen Papier verständigt, in dem ein Mehr für die Biodiversität bei gleichzeitiger Einkommenssicherung für die Landwirtschaft als gemeinsames Ziel definiert wurde.

„Wir sind bereit zu einem offenen Diskurs mit Politik, Wissenschaft und Gesellschaft, wie man bestehende Defizite im Arten- und Klimaschutz beheben kann.“, so Conzen und Röring. Sie unterstützen den von Ministerpräsident Laschet und Ministerin Heinen-Esser mit der heutigen Tagung eingeschlagenen Weg, alle gesellschaftlichen Gruppen an einen Tisch zu bringen.


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