Mercosur-Abkommen: Rheinische Landwirte besorgt

17.07.2019
Einfacheren Handel für die Industrie auf Kosten der Landwirtschaft und hiesiger Umweltstandards – das ist die Befürchtung des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) bezüglich des Mercosur-Abkommens

Das Mercosur-Abkommen zwischen Europa und den südamerikanischen Staaten gilt aus Sicht der EU-Kommission als beschlossene Sache und hat es für die rheinischen Landwirte in sich, da wichtige Produkte, die auch hierzulande produziert werden, nun teilweise zollfrei eingeführt werden dürfen. Das ansonsten so weit entfernte Thema Mercosur sei damit plötzlich ganz nah und besorge die Landwirte, berichtet der RLV. Während sich die Automobilindustrie freut, dass die Industrie angekurbelt wird, beschleiche einen das Gefühl, dass die Belange der Landwirtschaft nur zu schnell geopfert wurden.

Man könnte meinen, dass das bisschen Zucker, Rindfleisch und Ethanol nichts ausmacht. Doch laut RLV tut es das. Während man in der Heimat über nahende Klimakatastrophen, Pflanzenschutzmittelverbote und Insektensterben diskutiert, schließt man ein Abkommen ab, das bei einer Zunahme der Importe dazu führen kann, dass noch mehr Regenwald abgeholzt wird. Zudem werden unter den etwa tropischen Bedingungen Brasiliens mehr und teilweise in Europa bereits seit Jahren verbotene Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Auf den Tellern landet nicht selten importiertes Fleisch, das nicht in der Pampa Argentiniens sondern in riesigen Feedlots unter ganz anderen Bedingungen produziert wurde. Dieser Umstand stößt beim Verband in Bonn auf Unverständnis, zumal beispielsweise der europäische Zuckermarkt sowieso schon in Bedrängnis ist.

Unfairer Wettbewerb beim Umwelt- und Klimaschutz sowie bei den Sozialstandards, die bäuerliche Familienbetriebe gefährdet und gleichzeitig mit immer höheren Anforderungen belegt, ist nach Überzeugung des RLV das Gegenteil einer nachhaltigen Landwirtschaftspolitik. Über den Vorwurf, dass hier eine Doppelmoral im Spiel ist, dürften sich die europäischen Politiker laut RLV also nicht wundern. „Wer auf der einen Seite in Europa in politischen Sonntagsreden den Jugendlichen im Rahmen der „Friday for Future“-Demonstrationen nachhaltigen Klimaschutz verspricht, kann nicht ernsthaft für ein Abkommen stimmen, bei dem die Gefahr der Abholzung des Regenwaldes vorangetrieben wird“, kritisiert der RLV. Hier muss die Bundesregierung Farbe bekennen: Der Verband wünscht sich eine europäische Politik, die auch der heimischen Landwirtschaft „den Rücken stärkt“, dem Klimaschutz dient und die heimischen Umweltstandards, das Tierwohl und die Lebensmittelqualität wertschätzt. 


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