Offene Fragen zum Regionalplan

07.02.2019
Was bedeutet der Regionalplan Metropolregion Ruhr für die betroffenen Landwirte?

Martin Tönnes

Rund 100 Landwirte besuchten die Infoveranstaltung. Fotos: Gerrit Korte

Diese und viele weitere Fragen beantworteten Vertreter der Kreisbauernschaft Wesel und Kreisstelle Wesel der Landwirtschaftskammer NRW am vergangenen Freitag bei einer Infoveranstaltung in Wesel-Obrighoven. Kreisvorsitzender Johannes Leuchtenberg und Kreislandwirt Wilhelm Neu begrüßten rund 100 Landwirte.

Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat den Entwurf des Regionalplans Metropolregion Ruhr zur Offenlage vorgelegt. Chefplaner und Beigeordneter des Regionalverbands Ruhr (RVR) Martin Tönnes erläuterte die Details: „Der Regionalplan Metropolregion Ruhr legt neue Wohnbau-, Gewerbe- und Industrieflächen, künftige Verkehrsachsen, Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete, Bereiche für die Gewinnung von Bodenschätzen und vieles mehr für die nächsten 15 bis 20 Jahre fest.“ In dem Gebiet liegen 4 500 landwirtschaftliche Betriebe. Dem Einwand, die Planungen von 115 000 neuen Wohnungen, 100 000 ha Gewerbegebiet, die Rohstoffversorgung und vieles mehr finde nur auf landwirtschaftlichen Flächen statt, widersprach der Referent. Einige ehemalige Gewerbeflächen seien der Landwirtschaft zurückgegeben worden, wie 24 ha in Kamp-Lintfort.

Der Plan sehe auch für die nächsten 20 Jahre Auskiesungsgebiete im Kreis Wesel vor, so Tönnes. Im RVR-Gebiet sei ausschließlich der Kreis Wesel aufgrund der natürlichen Vorkommen in der Lage, den Rohstoffkies für die Bauwirtschaft zur Verfügung zu stellen. Die interessierten Zuhörer erhielten leider keine Antwort auf die Frage, wie viel Flächen für die einzelnen Maßnahmen, insbesondere für den Bereich des Wohnens, des Gewerbes, der Auskiesung und des Verkehrs, vorgesehen und letztlich der landwirtschaftlichen Nutzung verloren gehen. Dem Wunsch zu erfahren, welche Planungen die Raumordnung für die zukünftige Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe und der Regionalplan für den Erhalt der landwirtschaftlichen Nutzfläche vorsehen, blieb der Chefplaner schuldig. Die gesetzlichen Vorgaben sehen eine solche Planung zugunsten der Landwirtschaft, so Tönnes, nicht vor. In dem letzten Vortrag schlug Eduard Eich, Referent in der Bezirksstelle für Agrarstruktur der Landwirtschaftskammer, Optimierungsmöglichkeiten aus Sicht der Landwirtschaft zum Regionalplan vor. Es gebe kaum noch Freiflächen ohne Auflagen, kritisierte Eich. Helmut Czichy, Vorstand des Kreises Wesel und zuständig für die Untere Naturschutzbehörde, gab dem RVR mit auf dem Weg, dass seine Fachbehörde eine Erweiterung der Natur- und Landschaftsschutzgebiete für nicht erforderlich halte.

Kreislandwirt Neu empfahl den anwesenden Berufskollegen, die noch ausliegenden Pläne intensiv zu studieren, ob eine individuelle Betroffenheit vorhanden sei und den RVR auf diese Betroffenheit hinzuweisen. Frist zur Stellungnahme sei der 1. März 2019.


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