RLV-Ehrenpräsident Reiner Latten ist 90 Jahre alt geworden

08.04.2021
(RLV) Reiner Latten, der Ehrenpräsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), vollendete am Ostersonntag sein 90. Lebensjahr. Insgesamt 15 Jahre lang, von 1984 bis 1999, stand er als Präsident an der Spitze des RLV und hat in dieser Zeit die Entwicklung der rheinischen Landwirtschaft entscheidend geprägt.

Foto: RLV-Archiv

Der Jubilar ist gebürtiger Westfale. Am 4. April 1931 wurde er in Lüdenscheid im Sauerland geboren. Nach dem Abitur 1952 absolvierte er eine landwirtschaftliche Lehre. Von 1954 bis 1957 studierte er Landwirtschaft an der Universität in Bonn und war bis 1960 Mitarbeiter im Institut für Landtechnik und beim KTBL, Außenstelle Bonn. 1961 übernahm er die Bewirtschaftung des Hünshoverhofes in Heinsberg-Geilenkirchen.

Schon frühzeitig nahm Reiner Latten berufsständische Aufgaben wahr. So wurde er 1973 Vorsitzender der Kreisbauernschaft Heinsberg und im selben Jahr Mitglied des RLV-Verbandsvorstandes und des Agrarpolitischen Ausschusses. 1978 wählte der Verbandsvorstand ihn zum Vizepräsidenten und sechs Jahre später, im Jahr 1984, zum Präsidenten des Verbandes. Der Jubilar war auch in der Landwirtschaftskammer ehrenamtlich tätig. Fast 20 Jahre gehörte er dem Hauptausschuss an und war von 1981 bis 1984 Vizepräsident der Kammer sowie von 1990 bis 1999 Kreislandwirt von Heinsberg. Außerdem gehörte er dem Vorstand des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes an.

Das Engagement Reiner Lattens für den landwirtschaftlichen Berufsstand beschränkte sich längst nicht allein auf das Rheinland. Er vertrat den Berufsstand auch in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien. Unter anderem war er viele Jahre lang Umweltbeauftragter des Deutschen Bauernverbandes und gehörte dem beratenden Ausschuss Landwirtschaft und Umwelt der Europäischen Kommission an. Darüber hinaus war er von 1986 bis 2000 Vorsitzender der Fördergemeinschaft Integrierter Pflanzenbau (FIP).

Im Bereich des Genossenschaftswesens war Reiner Latten ebenfalls sehr engagiert. Hier gehörte er unter anderem dem Aufsichtsrat der Zuckerfabrik Jülich AG und der RWZ Köln an. Von 1990 bis 1998 war er Vizepräsident des Deutschen Raiffeisen-Verbandes und von 1993 bis 1997 Präsident des Genossenschaftsverbandes Rheinland.

Reiner Latten gehört unbestritten zu einer der bekanntesten Repräsentanten der deutschen Landwirtschaft. Fast 30 Jahre war er für den landwirtschaftlichen Berufsstand tätig und hat sich besondere Wertschätzung als Brückenbauer zwischen den Belangen der landwirtschaftlichen Praxis, der Industrie und des Natur- und Umweltschutzes erworben. Er gilt als einer der Väter des Feuchtwiesenprogramms, des Programms für eine umweltverträgliche und standortgerechte Landwirtschaft, der Kooperation zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft zum Schutz des Trinkwassers und der Kooperation bei der Umsetzung des Gewässerauenprogramms. Dabei ging es ihm in seiner Arbeit für den landwirtschaftlichen Berufsstand immer um die Sache, um die Interessen „seiner Bauern“. Immer wieder hat er es verstanden, auch in schwierigen Verhandlungen ein für alle Beteiligten tragfähiges Ergebnis zu finden und dieses gemeinsam umzusetzen.


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